Aus dem Französischen von Ronald Voullie, mit einem Vorwort von Fernand Deligny. Wir haben einen Versuch gemacht, der weitergeht: das Leben mit dem Floß. Und wir werden weiterhin in der Unkenntnis dessen verharren, was uns erwartet und was ein Abenteuer anderer Art ist, als mit einem Hundeschlitten zum Nordpol zu fahren: wir suchen nach dem, was das Menschliche ausmacht. Die Erzählung von Jacques Lin lädt die Leser dazu ein, das Weite zu suchen.
Recht angetan zeigt sich Helmut Höge von Jacques Lins "Das Leben mit dem Floß. In der Gesellschaft autistischer Kinder", einem Bericht über ein Experiment, das der Antipsychiater Fernand Deligny in den 1960er Jahren in den Cevennen initiierte: In kleinen Gruppen lebten dort junge Leute, Bauern und Arbeiter zusammen mit autistischen Kindern, um eine den Ziegen- und Schafhirten der Cevennen angepasste, aufs Wesentliche reduzierte Lebensweise zu erproben. Höge berichtet ausführlich über das Projekt, bevor er eher beiläufig auf Lins Buch eingeht. Dieser stieß 1967 als Arbeiter mit einem großen Werkzeugkasten zur Gruppe, in der damals fast 100 Personen lebten. Höge hebt das Vorwort hervor, das der inzwischen verstorbene Deligny beigesteuert hat. Darin heißt es, dass Lin eher eine "Erzählung" vorgelegt habe, "indem er kleine Einzelheiten und Gebärden beschreibt, die den lebendigen Ablauf des Projekts ausmachen. Der Versuch geht weiter: das Leben mit dem Floß... Wir suchen nach dem, was das Menschliche ausmacht", zitiert er Deligny. Und eben das, resümiert Höge, macht auch den Wert dieses Buches aus.
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