James Lee Byars

Briefe an Joseph Beuys

Cover: Briefe an Joseph Beuys
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2000
ISBN 9783775709392
Gebunden, 256 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Herausgegeben von der Stiftung Museum Schloss Moyland. Mit einem Vorwort von Franz J. van der Grinten und einem Beitrag Viola Michely. Mit 172 Abbildungen. In einem Zeitraum von 16 Jahren schrieb der amerikanische Künstler James Lee Byars über 100 Briefe an Joseph Beuys, ohne je eine Antwort erhalten zu haben. Dennoch erwuchs daraus eine Freundschaft mit zahlreichen Begegnungen bei Ausstellungsprojekten und gemeinsamen Aktionen. Die ungewöhnlichen Briefe von zum Teil gigantischen Ausmaßen und ihre äußerst fragile Qualität wie auch ihr Reichtum an Materialien, Formen und Erfindungsgeist sind Zeugnis dieser Künstlerfreundschaft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2000

Eine ganze Reihe von Parallelen sieht die Rezensentin Katharina Dobai zwischen den Figuren Joseph Beuys und James Lee Byars. 151 Briefe schrieb der amerikanische Aktions- und Performancekünstler in den Jahren 1969 bis 1986 an den Düsseldorfer Künstler - ohne dass dieser ihm darauf geantwortet hätte. Beuys vermachte diese Briefe, die er selbst als Kunstform begriff, der Sammlung Grinten im Museum Schloss Moyland. Für Dobai ist die hier zusammengestellte Auswahl das "hintergründig-ironische Dokument einer tiefen Künstlerbeziehung". Die "Correspondence Art" habe einen spezifischen Charakter. Eine kryptische Schreibweise, semantisch mehrdeutige Kürzel, "codierte" Formeln und Andeutungen. Dazu komme das ausgewählte Material und dessen Gestaltung: Byars verwendete kostbare Papiere genauso wie Klo- und gewöhnliches Briefpapier in vielen geometrisch strengen Formen. Dabei zeige er deutlich seine Verehrung für Beuys. Allein Anreden wie "Great Joseph", "Grand Joseph", "sweet" und "genius" machten das deutlich. Besonders beeindruckt aber die Rezensentin, dass Byars nie eine gewisse Distanz überschreite. Die Briefe kreisten um Intimität und Ferne, Künstlerfreundschaft und vor allem um die "Größe in der Kunst". Die Rezensentin ist aber nicht nur vom Inhalt des Bandes angetan, sie würdigt auch dessen Aufbau. Den "thematisch fließenden" Essay über Byars und Beuys von Viola Michely und insbesondere ein ergänzendes Glossar und ein Abkürzungsverzeichnis, ohne die man die "kryptischen Ausdrücke" und "Kürzel" des Künstlers kaum entschlüsseln könnte.
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