Jane Gleeson-White

Soll und Haben

Die doppelte Buchführung und die Entstehung des modernen Kapitalismus
Cover: Soll und Haben
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2015
ISBN 9783608948608
Gebunden, 366 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Held. Unsere Welt wird beherrscht von Zahlen, erzeugt in den Buchführungskonten von Nationen und Konzernen. Diese Zahlen bestimmen das Handeln unserer Regierungen und Volkswirtschaften. Aber wo kommen sie her - und wie konnten sie so mächtig werden? Erst die doppelte Buchführung ermöglichte die wirtschaftlich-kulturelle Blüte der Renaissance, und begründete zugleich eine neue wissenschaftliche Weltsicht und schließlich den Kapitalismus unserer Tage. Erst aus ihr entwickelte sich die Möglichkeit, ganze Staaten zu bewerten. Gleeson- White zeigt, wie sehr die doppelte Buchführung seit 500 Jahren unser Denken weit über ökonomisches Handeln hinaus prägt. Diese Entwicklung ist fatal, weil wir die wahren Gesamtkosten - inklusive Zerstörung unserer Umwelt und soziale Kosten - nicht in unser Handeln mit einbeziehen. Ein Plädoyer für ein neues Denken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2015

Nichts gegen ein unterhaltsames Sachbuch, meint Thomas Steinfeld, aber Jane Gleesons Spekulationen über den Zusammenhang von Kapitalismus und doppelter Buchführung findet er geradezu esoterisch in der Beweisführung. Die Marktwirtschaft soll auf die Bilanzierungstechnik zurückgehen? Da könne man mit gleichem Recht behaupten, "das Automobil sei aus der Straßenverkehrsordnung hervorgegangen", ätzt der Rezensent. Die Hauptfehler der australischen Publizistin erkennt Steinfeld, wie er so ausführlich wie schonungslos darlegt, in begrifflicher Ungenauigkeit, unsauberer Argumentation und historischer Unkenntnis.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2015

Werner Plumpe lässt sich die ökonomisch rationale Betrachtung der Welt im Dienst wirtschaftlichen Handelns nicht madig machen. Schon gar nicht von Jane Gleeson-White, die in ihrem Buch laut Rezensent nicht nur eine "durchsichtige" These vertritt, sondern diese auch noch fehlerhaft, ungenau und selektiv begründet, wie Plumpe moniert. Vor allem die einseitige Argumentation der Autorin bringt Plumpe auf. Für ihn steht fest: Nicht die Buchführung ist der Volkswirtschaften Tod, sondern die steile Behauptung ist der Tod des Sachbuches.

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