Aus dem Englischen von Michael Kellner. Seit ein mysteriöses "Ereignis" vor mehr als dreißig Jahren das Gebiet erschütterte, ist Area X von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Niemand weiß genau, was dahinter geschieht, aber es gibt Gerüchte von einer sich verändernden und die Reste der menschlichen Zivilisation überwuchernden Natur. Eine geheime Regierungsorganisation, die sich Southern Reach nennt, hat den Auftrag herauszufinden, was hinter der Grenze geschieht. Nach der katastrophalen zwölften Expedition, die in "Auslöschung" geschildert wurde, befindet sich Southern Reach in Auflösung. John Rodriguez, der neu ernannte Kopf der Organisation, muss sich durch eine Reihe frustrierender Verhöre, einen Berg verschlüsselter Notizen und Stunden verstörender Videoaufnahmen arbeiten, um die Geheimnisse von Area X zu lüften. Aber jede neue Entdeckung konfrontiert ihn mit bestürzenden Wahrheiten - über sich selbst und die Organisation, der er die Treue geschworen hat …
Als Einladung zum Selberdenken begreift Tim Caspar Boehme Jeff VanderMeers verstörende, mit vielen Leerstellen gespickte Dystopie über eine Natur, die sich ihren Platz zurückerobert und die Menschheit auszulöschen scheint. Die Berichte eines Forschungsreisenden vom Ort dieses Ereignisses in einer entlegenen Küstenregion Nordamerikas scheinen Boehme geprägt von Angst und Misstrauen. Wechselnde Zeitebenen und Perspektiven, kafkaeske Einfälle und jede Menge weiterer Irritationen lassen den als zweiter Teil einer Reihe angelegten Text laut Rezensent mehr Fragen aufwerfen als beantworten.
Als heilsam empfindet Richard Kämmerlings die Einsicht, dass sich das Mystery-Genre letztlich mit Erklärungen befasst, die den menschlichen Verstand übersteigen. Im zweiten Teil von Jeff VanderMeers Southern-Reach-Trilogie über die Geschehnisse in der Sperrzone Area X nun wird es für den Rezensenten scheinbar noch bequemer: Er spielt unter Forschern außerhalb der geheimnisvollen Sperrzone und behandelt schnöde bürokratische Konflikte, wie Kämmerlings erklärt. Der sich auftuende Gegensatz zwischen dieser Szenerie und derjenigen hinter der Grenze erscheint Kämmerlings allerdings durchaus unheimlich, zumal dem Rezensenten die Mehrdeutigkeit jedes Motivs und Details bei VanderMeer nicht entgeht.
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