Aus dem Russischen von Beate Rausch. Mit "Flüsse" kehrt Jewgenij Grischkowez in die sibirische Kleinstadt zurück, in der er aufgewachsen ist. Skurrile Jagderlebnisse, urbane Legenden und eine Fülle von Kindheitsepisoden ranken sich um die Frage, was den Ich-Erzähler - Alter ego des Autors - eigentlich mit seinem Herkunftsort verbindet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2011
Äußerst sparsam beschreibt Sabine Berking, was uns in dem Buch des in Sibirien aufgewachsenen Autors erwartet: eine Schelmengeschichte in naiv-melancholischem Tonfall. Besonders daran ist für die Rezensentin zum einen der Ort - die abgelegenste Provinz, die man sich denken kann (obgleich, wie sie schreibt, jede Kindheit irgendwie in der Provinz stattfindet). Zum anderen die Perspektive. Dass auch das Sibirien der 70er Jahre eine echte Seelenlandschaft sein kann, ganz ohne Gulag, ohne Ideologie und Pionierlager, für eine kurze Zeit jedenfalls, das hätte Berking nicht gedacht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2010
Judith Leister entdeckt in Jewgenij Grischkowez' Prosaband einen "bildungsungewissen" und sehr subjektiven Erzähler, der im kurzweiligen Plauderton von Sibirien berichtet. Der mit seinem Debütroman "Das Hemd" auch hierzulande als temperamentvoller Autor gewürdigte Grischkowez spart darin natürlich die endlosen sibirischen Weiten, die eisige Kälte und glühende Hitze des kurzen Sommers nicht aus, mehr noch sind diese Texte jedoch von dem geprägt, was es in Sibirien eben nicht gibt, meint Leister. Auch wenn sie im Autor den "angenehm unzuverlässigen Erzähler" schätzt, wie sie schreibt, der vor allem das Ungewisse, Unsichere seiner Beobachtungen und Reflexionen betont, lässt sich Leisters Rezension nicht recht ablesen, was sie von diesem Wortstrom, in dem sich am Ende alles aufzulösen scheint, nun eigentlich hält.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.03.2010
Jewgenij Grischkowez' Erzählung "Flüsse" hat Ulrich Rüdenauer sehr gefallen, sie ist für ihn Reisebuch in die Kindheit, "Mentalitätsgeschichte" der Sibirier und berührende Heimatkunde in einem. Der russische Autor, der als Theater-Performer bekannt ist, lässt im Monolog eines Ich-Erzählers weniger die Menschen als vor allem die Dinge seiner sibirischen Vergangenheit Revue passieren, und auch wenn dem Rezensenten die Subjektivität dieses Sibirien augenfällig ist, so überzeugt ihn dieser Text dennoch als "wahr", wie er bekräftigt.
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