Jochen Oltmer

Migration und Politik in der Weimarer Republik

Habil.
Cover: Migration und Politik in der Weimarer Republik
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2005
ISBN 9783525362822
Gebunden, 564 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Das mit dem Ende des Ersten Weltkriegs entwickelte demokratische Deutschland war keine offene Republik. Migration galt in politischer Debatte und publizistischer Diskussion als Bedrohung und Belastung. Zuwanderung wurde in der Weimarer Republik zunehmend stärker kontrolliert und reguliert, protektionistische Wanderungspolitik suchte Auswanderung und Zuwanderung einzudämmen. Jochen Oltmer erarbeitet anhand der Untersuchung zentraler Zuwanderungsbewegungen einen Überblick über die Entwicklung von Migration, Integration und Wanderungspolitik zwischen 1918 und 1933. Mit dem Rückblick auf die Geschichte von Migration und Politik in der Weimarer Republik verdeutlicht die Studie historische Bestimmungsfaktoren und Entwicklungslinien in der aktuellen Debatte um die Zukunft des Einwanderungslandes Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

Ausnehmend gelehrt erscheint Rezensent Manfred Funke Jochen Oltmers Studie über Migration und Migrationspolitik in Deutschland zwischen 1918 und 1933. Die große Leistung des Autors sieht er darin, das von Krisen bestimmte Bild der Weimarer Republik um eine wichtige Facette zu ergänzen. Dabei erfährt Funke nicht nur viel über die schwierige Entstehungsgeschichte von Institutionen für Asyl und Transit. Deutlich wird für ihn auch die aggressive Stimmung gegen die nach dem ersten Weltkrieg zu Hunderttausenden durch das Land geisternden Heimat-, Staaten- und Rechtlosen. Davon blieb auch die preußische Regierung nicht unbeeinflusst, die sich immerhin bemühte, die ethnopolitische Hierarchisierung von Flüchtlingen zu vermeiden.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2006

Martin Forberg hat was gelernt. Jochen Oltmer ist ein Lückenschließer. Nicht nur erhellt ihm diese Habilitationsschrift die Grauzone der Migrationsforschung über die Periode von 1919 bis 1933, ein Gewinn ist der Text für ihn vor allem durch sein beständiges Bemühen um Gegenwartsbezüge. Eine große Lücke also, die Oltmer da überbrückt. Und er macht das auf denkbar anregende Weise, wie Forberg uns wissen lässt. Gleich ob er die Zusammenhänge zwischen Innen- und Zuwandererpolitik beispielhaft herausarbeitet oder die migrationspolitischen Widersprüche der Weimarer Zeit aufdeckt. Am Ende erschließt sich dem Rezensenten nicht nur das eigentliche Thema, sondern der rote Faden in der Migrationsgeschichte zwischen damals und heute.

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