Mit einem Vorwort von Werner Ross. Mit 2.309 Zitaten, in 12 Kapiteln thematisch geordnet, und 35.187 Stichwörtern im Register ist es das lang vermisste Buch für Nietzsche-Kenner und -liebhaber, für alle, die das geschliffene Wort und den souveränen Witz des meistzitierten Denkers der Welt genießen und vor allem nutzen wollen.
Bevor Franz Schuh kurz auf das Lexikon zu sprechen kommt, erwägt er ausgiebig das Für und Wider der Nietzsche-Zitiererei. Eigentlich gehört sie verboten, findet er und zitiert zur Begründung den Nietzsche-Biografen Werner Ross, der das Vorwort zu dem Lexikon geschrieben hat. Ross befürchtet, dass nicht nur Kenner, sondern auch "schwankende Gestalten" wie "intellektuelle Herumtreiber" sich des Zitatenschatzes bedienen könnten - zu völlig unsinnigen Zwecken, versteht sich. Überhaupt ist das Zitieren, grübelt Schuh weiter, eine Unsitte, die nur der Anbiederung an eine kanonisierte Größe dient - eine Überlegung für die er erneut einen Gewährsmann zitiert, diesmal den Nietzsche-Herausgeber Giorgio Colli. Schließlich blättert unser Rezensent "lustlos" durch das Buch, "Nietzsche zerlegt in die Häppchen des Wissenswerten", findet offenbar nichts zu bemängeln und empfiehlt den Band abschließend vor allem Laien mit der Überlegung, dass eine "Demokratisierung" des Geistes dazu führen müsse, dass unsere "Schriftgelehrten" ihre Überlegenheit dann nicht mehr einfach mit Zitaten beweisen können. Diese Überlegung konnte unser Rezensent immerhin schon ganz ohne Zitat ausdrücken.
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