Die soziologische Gesellschaftstheorie ist bis auf den heutigen Tag von einer anhaltenden Skepsis gegenüber der Marktvergesellschaftung geprägt. Gemeinschaftsverlust, zunehmende Ungleichheit und empörende Ungerechtigkeiten sind bekannte Stichworte der Kritik an dieser historisch neuartigen Organisationsform der Wirtschaft. Die Denkanstöße dieser Kritik aufnehmend versucht dieser Band einen zumindest für die Soziologie ungewöhnlichen Blick auf die Marktwirtschaft zu werfen: Märkte befördern Gleichheit, indem sie Eintrittsbarrieren schleifen, die in Verbandsbildungen aller Art ihre Wurzel haben. Solche Eintrittsbarrieren sind eine zentrale Ursache materieller Ungleichheit. Internationale Entwicklungsunterschiede resultieren in erster Linie nicht aus unfairen Handelspraktiken, sondern aus der unterschiedlichen technologischen Leistungsfähigkeit von Nationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2009
Sehr lesenswert findet Rezensent Erich Weede dieses Buch, das er alle ökonomisch interessierten Soziologen empfehlen kann. Aber auch soziologisch interessierten Ökonomen, denn mit Johannes Berger, so beruhigt Weede, schreibe ein Sympathisant. Berger halte den Markt für das beste Mittel, um effizient Ressourcen zu lenken, individuelle und gemeinsame Interessen zu versöhnen und Ungerechtigkeiten auszugleichen. Manches findet Weede vielleicht zu "skizzenhaft vorgetragen, auch sind ihm einige Wiederholungen aufgefallen, aber dies will er dem Buch nicht wirklich nachtragen.
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