Aus dem Amerikanischen von Joachim Kalka. Männlich, weiß, ein wohlhabendes und gebildetes Elternhaus: Dem US-Amerikaner Wallace Shawn wurden die Privilegien in die Wiege gelegt. Doch was passiert, wenn man anfängt, das, was selbstverständlich erscheint, zu hinterfragen? Und man feststellt: Ich bin auf der Seite, die Gewalt ausübt.In seinen Nachtgedanken spricht Shawn leise, einfach, aber umso eindringlicher über Herrschaftsverhältnisse und soziale Ungleichheit, Globalisierung und Teilhabe an Ressourcen, über die politische Praxis der westlichen Mächte und über den militanten Islamismus; er denkt über die Verantwortung der wenigen "Glücklichen" gegenüber den vielen "Glücklosen" nach und hält unserer Zivilisation einen Spiegel vor.
Rezensent Adrian Schulz empfiehlt das neue Buch von Wallace Shawn. Der Schauspieler und Autor, aus einer weißen Oberschichtsfamilie stammend, setzt sich hier erneut mit Politik und Klassenzugehörigkeit auseinander; eine "sinistre Kopfreise" und eine zugespitzte Zeitdiagnose, so Schulz. Der Rezensent lobt die Reflektiertheit Shawns, der die eigenen privilegierten Verhältnisse stets hinterfragt und sich vom "Upper-Class-Gehabe" seiner Eltern emanzipiert habe. Trotzdem lasse er sich hier nicht zu voyeuristisch-autobiografischen Einblicken hinreißen, sondern liefere eine Zeitdiagnose, die durch "rhetorische Understatements" nur noch an Intensität gewinne, meint Schulz. Mit wachem Blick für die Ungleichheiten der Welt lege Shawn seine Ängste offen, "ohne ins Lamento zu verfallen", schließt der Rezensent anerkennend.
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