Ist zur Klimadebatte nicht bald alles gesagt? Und was kann die Philosophie überhaupt zur Lösung der Probleme beitragen? Eine ganze Menge. Denn es geht im Kern darum, aus einer bekannten Faktenlage Handlungsmaximen und Normen abzuleiten. Ein solch direkter Schluss vom Sein auf das Sollen ist jedoch eigentlich nicht möglich. Er wird in öffentlichen klimapolitischen Diskussionen vermittelt durch Begriffe, die nicht leicht zu durchschauen sind: das natürliche Erbe, die von den Kindern geliehene Welt, die gestohlene Zukunft, der Klimanotstand.Die Philosophie hilft, diese Begriffe zu verstehen, um so zur entscheidenden Frage vorzudringen: Wie kommen wir endlich zum Handeln?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2020
Rezensent Uwe Justus Wenzel lernt bei Johannes Müller-Salo, den Klimadiskurs sprachkritisch zu sehen. Begriffe und Wendungen des Diskurses ("Schöpfung" etwa) lässt er sich vom Autor aufschlüsseln und in "beschreibende und bewertende" Teile zergliedern, um die Motivationsmaschine dahinter kenntlich zu machen. Dass es sich dabei um "milieugebundene" Wirkungszusammenhänge handelt bzw. allzu abstrakte Assoziationsgehalte, um den Wandel zu initiieren, vermittelt der Autor laut Wenzel ebenfalls.
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