Über die Notwendigkeit eines umfassenden neuen Gesellschaftsvertrags ist man sich im Grunde schon lange einig. Trotzdem ist der Vorschlag, das Grundgesetz zu reformieren, nicht unumstritten. Der Autor geht bei der Umsetzung seines Vorhabens in drei Schritten vor und bleibt dabei immer parteipolitisch neutral: In einem ersten Teil präsentiert er die 159 Artikel seines neuen Grundgesetzes, die er in einem zweiten Kommentarteil ausführlich erläutert. Seine Überlegungen beziehen sich auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens und reichen vom demokratischen Aufbau des Staates über Marktorganisation und Steuerwesen bis hin zu konkreten Politikfeldern. Im letzten Abschnitt fasst der Autor sein Reformszenario zusammen und zeigt auf, wie die nötigen Veränderungen umgesetzt werden könnten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2006
Angetan berichtet Detmar Doering über Joseph Hubers Plädoyer für eine Anpassung der Verfassung an die Bedürfnisse der Marktwirtschaft. Zwar räumt er ein, dass die wenigsten Verfassungsjuristen den Vorschlägen Hubers folgen würden. Er selbst aber kann mit Hubers fundamentaler Revision des Grundgesetzes eine Menge anfangen. Der Feststellung des Autors etwa, die gegenwärtige Verfassungsrealität mit ihrer Präferenz der Gleichheit gegenüber der Freiheit wirke sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes aus, kann er durchaus beipflichten. Auch Hubers generelles Anliegen, den Schutz von Person und Eigentum in den Mittelpunkt zu stellen, erscheint ihm richtig. Skeptisch äußert Doering sich dagegen über Hubers zentralistische Rezepte gegen die wirtschaftlichen Stolpersteine des deutschen Föderalismus.
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