Herausgegeben von Oliver Lembcke und Rolf Gröschner. Der vorliegende Band dokumentiert die Vorträge, die auf einer Jenaer Tagung zum "Dogma der Unantastbarkeit" gehalten wurden. Im einführenden Aufsatz der beiden Herausgeber wird die Auseinandersetzung um den Anspruch einer dignitas absoluta, die den gesamten Band durchzieht, aufgegriffen und kritisch kommentiert. Unter den Autoren sind der Berichterstatter im Verfassungsbeschwerdeverfahren gegen das Luftsicherheitsgesetz, ein ehemaliger Vorsitzender Richter des Bundesverwaltungsgerichts und vier namhafte Kommentatoren des Grundgesetzes. Weitere Beiträge beleuchten internationale, europarechtliche, sozialrechtliche, politikwissenschaftliche und philosophische Aspekte des Themas.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2010
Als großes systematisches Problem betrachten die Herausgeber und Autoren dieses Bandes den Absolutheitsanspruch, mit dem die Grundgesetz-Verfasser einen einzigen, nämlich den ersten, den Menschenwürde-Artikel versehen haben. Im Alltag des Rechts ist, darin scheinen sich alle Autoren des Sammelbands (sowie der Rezensent Manfred Pawlik) einig, schwer damit umgehen. Mögliche Lösungen werden gesucht, zwei stellt der Rezensent vor. Matthias Herdegen versucht es mit der Entrückung des Menschenwürde-Paragrafen in einen Normenhimmel, der Alltagsfragen kaum mehr tangiert. Für Christoph Enders bleibt wenig mehr als ein letzter Rückhalt gegen "apokalyptische Verrohungen?. Beides kann Pawlik nicht vollends überzeugen. Als schlimme Konsequenz des für ihn fragwüdigen Absolutheitsanspruchs nennt er das umstrittene Lufthoheitsurteil: Nur in Deutschland könnten Terroristen, spitzt er die Sachlage zu, Anschläge per Passagierflugzeug ungehindert ausführen, weil das Bundesverfassungsgericht den Abschuss verbietet.
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