Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2000
Eva Marz verweist gleich als erstes auf Foucaults "Geschichte der Sexualität", die sie als Vorläufer jener 12 "Poetologien des Wissens" begreift, die der Weimarer Professor für künstliche Welten, Vogl, zusammengestellt hat. Die gemeinsame Fragestellung lautet: welchen Machtmechanismen unterliegt die Entstehung von Wissen, warum werden bestimmte Phänomene als gesellschaftlich relevant erkannt und erforscht, wie kommt es zur Institutionalisierung dieser Forschung? "Wissenschaftliche Erkenntnis ist ein Produkt kollektiver Intentionen", schreibt Marz. Die Geschichte des Wissens schlage sich äußerst facettenreich nieder: von der Entstehungsgeschichte des ersten elektrischen Telegraphen, über die "Politik des Autobiographischen" bis hin zu einem Aufsatz des Herausgebers über Goethes "Wahlverwandtschaften" reicht das von Marz beschriebene Spektrum des Buches. Vogls Lektüre des Goethe-Romans fand Marz fast besonders anregend, da er das "kulturelle Kräftefeld jener Krisenzeit um 1800" vermisst, in der sich der Umbruch zur Moderne und die Etablierung von Wissen vollzieht.
Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…