Statt einen Aspekt des politischen Islam in den Vordergrund zu rücken und das Phänomen damit in ein bestimmtes Raster zu pressen, werden die verschiedenen Facetten der islamistischen Bewegung thematisiert. Damit entbindet man sie dem Mythos, eine einheitliche Bewegung zu sein und kommt Gründen und Grenzen der Transformation des politischen Islam ein Stück näher.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2004
Eine "bemerkenswerte Studie" sieht Rezensent Volker S. Stahr in Judith Hoffmanns Arbeit über den "Aufstieg und Wandel des politischen Islam in der Türkei". Die Islamwissenschaftlerin sehe in der Türkei einen breiten politischen Islam und um Erdogan herum einen bürgerlichen, gemäßigten Islamismus. Mit seinem Aufstieg habe sich der politische Islam gewandelt. Als einschneidende Momente analysiere Hoffmann die nacheinander erfolgten Verbote der großen islamistischen Parteien Refah Partisi und Fazilet Partisi, die letztlich zur Spaltung der Bewegung in einen konservativen und in einen liberalen Flügel (die neue Partei AKP unter Erdogan) führten. Die neue AKP vereine in ihren Reihen "Erneuerer" und gemäßigte Kräfte in der islamistischen Bewegung, die auf eine Aussöhnung auch mit den Grundzügen der kemalistischen, laizistischen und westorientierten Türkei aus seien. Stahr erkennt darin eine Entwicklung der Islamisten, die er als ein "Ankommen in der Realpolitik" beschreibt.
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