Die Mehrheit der Deutschen glaubt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Sie verbinden die zweitgrößte Weltreligion vor allem mit dem Terror im Namen eines unbarmherzigen Gottes, der Unterdrückung von Frauen und Minderheiten sowie einer Ablehnung westlicher Werte. Für diese Assoziationen gibt es nachvollziehbare Gründe, die aus dem Erstarken des politischen Islam resultieren. Dieser übt durch machtbewusstes und strategisch geschicktes Agieren seiner Funktionäre großen gesellschaftlichen Einfluss aus und dominiert zunehmend die staatliche Islampolitik sowie den öffentlichen Dialog. Vielen Menschen fehlt jedoch das Wissen über die Ursprünge und die Ausprägungen des politischen Islam, um Konfliktsituationen richtig einschätzen, angemessen zu argumentieren und handeln zu können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2019
Rezensent Alexander Flores bittet um mehr Differenzierung und weniger Wiederholung bekannter Vorbehalte zwischen Muslimen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Was Susanne Schröter in ihrem Buch über Verhalten und Überzeugungen heutiger Muslime schreibt, scheint Flores zwar größtenteils wahr, jedoch hält er die sehr negative Zeichnung der Verhältnisse für wenig hilfreich. Ebenso kontraproduktiv findet er den Umstand, dass Schröters Ausführungen sich zwar dezidiert auf den Islamismus beziehen, die Autorin aber den nicht-politischen Islam weitgehend außen vor lässt und ihn nicht klar genug vom politischen abgrenzt. So, befürchtet Flores, entstehe beim Leser der Eindruck, der Islam sein als Ganzes problematisch. Zu wenig schließlich geht die Autorin laut Rezensent auch auf das Vorgehen bei der Förderung progressiver und säkularer Strömungen des Islam ein.
Edith Kresta empfiehlt das Buch der Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter. Dass die Autorin oft als antimuslimisch gebrandmarkt wird, berührt für Kresta das im Buch verhandelte Problem: Den Unterschied zwischen der Religion und dem politischen Islam, der auch das staatlichen Handeln der Scharia unterordnen will. Wie eindeutig sich die Autorin in ihrem Buch gegen letzeren positioniert, findet Kresta lesenswert, weil kenntnisreich in Bezug auf die Organisationen und Akteure des politischen Islams, seine Vorgehensweisen und Ziele. Schröters "vernichtender Kritik" am politischen Islam steht ihr Einsatz für die Vielfalt muslimischer Lebensformen und für einen liberalen Islam gegenüber, bemerkt Kresta.
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