Das ökonomische System der Marktgesellschaft kennt keine Mechanismen, die die Anforderungen der Subjekte an das ökonomische System, zu Bedingungen inkludiert zu werden, die ihnen ein gedeihliches Auskommen sicherten und sie in die Lage versetzten, den Sinnanforderungen der Lebensführung nachzukommen, mit seiner Inklusionskapazität in Einklang brächten. Seiner systemischen Logik zufolge wird das ökonomische System in seiner Prozeduralität von den Interessen der Subjekte nicht berührt. Es ist diese systemische Verfasstheit der Marktgesellschaft der im System der Marktgesellschaft mitgeführte Widerspruch zwischen der Logik des ökonomischen Systems und den Bedürfnissen der Subjekte in der Grenze der Gesellschaft , die ihre Problemlage bestimmt. Das ökonomische System kann keiner anderen Logik folgen als der Logik der Kapitalakkumulation. Es braucht, wen es braucht, und lässt außen vor, wen es nicht braucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2008
Einen differenzierten Blick wirft Otfried Höffe auf Günter Dux' "anspruchsvolle Studie" über Gerechtigkeit und die "Logik des Kapitals". Während er sich über die Thesen zur Notwendigkeit einer Rahmenordnung des Markts und zur Grundsicherung der Bürger eher zustimmend äußert, ist er mit der Ansicht des emeritierten Professors für Soziologie, die innere Logik unserer Gesellschaft sei vom Interesse an der Kapitalakkumulation bestimmt, nicht ganz einverstanden. Er hält dem Autor vor, hier einer "ökonomistisch verkürzten Gesellschaftstheorie" zu folgen. Zudem vermisst er bei Dux, dessen Studie er als "umfassende Gesellschaftstheorie" angelegt sieht, eine angemessene Berücksichtigung von Justiz sowie von Phänomenen wie Zivilgesellschaft, Wissenschaften, Kultur, Religion und Familie.
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