Seit ihr Roman "Corpus Delicti" 2009 erschienen ist, erreichen Juli Zeh immer wieder E-Mails von Leserinnen und Lesern mit Fragen zum Text. Zur Entstehungsgeschichte, zur Handlung, zu Figuren und Interpretation. In diesem Buch geht Juli Zeh in Form eines fiktiven Interviews diesen Fragen nach, nicht selten geht sie auch darüber hinaus. Im Zentrum steht die Beschäftigung mit Themen des Romans, die zum Verständnis unserer heutigen Gesellschaft beitragen. Was für ein Menschenbild pflegen wir, wohin bewegt sich unsere Gesellschaft, wie wollen wir zusammenleben und welche Werte sind bedeutsam für uns? "Fragen zu Corpus Delicti" ist nicht nur eine Auseinandersetzung der Autorin mit ihrem bislang politischsten Roman, sondern auch eine Betrachtung der Bedingungen und Mentalitäten, die unser Leben heute bestimmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.06.2020
Susan Vahabzadeh hat Einwände gegen die Form des fiktiven Interviews, die Juli Zeh für das Buch über ihren Roman "Corpus Delicti" über eine Gesundheitsdiktatur von 2009 wählt. Schräg bis unelegant findet die Rezensentin, dass die Autorin sich selber Fragen stellt und auch beantwortet. Dass die Fragen aus gesammelten Leserbriefen stammen, macht die Sache für Vahabzadeh auch nicht viel besser. Mit dem Fokus auf Biopolitik kommen dabei für die Rezensentin allerdings durchaus spannende Aspekte zur Sprache. Gut findet die Rezensentin, dass die Autorin "keine Prinzipienreiterei" betreibt, sondern Gedankenspiele entwirft. So entsteht dann doch eine "inspirierende" Lektüre.
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