Kein anderer deutscher Politiker polarisiert so sehr wie Friedrich Merz. Die einen halten ihn für ein Relikt der Bonner Republik, die anderen für einen der wenigen aufrechten Konservativen, der in der Lage ist, dem links-grünen Mainstream mit wirtschaftlicher Vernunft und rhetorischer Schärfe entgegenzutreten. In seiner Person konzentrieren sich die Gegensätze, die die Debatten der nächsten Jahre prägen werden. Jutta Falke-Ischinger und Daniel Goffart bieten mit diesem politischen Porträt einzigartige Einblicke zu Fragen wie: Woher kommt Friedrich Merz, wie "tickt" er, ja, wer ist Friedrich Merz? Wird es ihm gelingen, die CDU als mächtiges Gegenüber zur neuen Ampel-Regierung zu positionieren und einer gemäßigten konservativen Politik Einfluss zu verschaffen? Ein kenntnisreiches und thesenstarkes Buch zu einem der wichtigsten deutschen Politiker der kommenden Jahre.
Rezensent Dirk-Oliver Heckmann vertieft sich in das Buch der Journalisten Jutta Falke-Ischinger und Daniel Goffart über Friedrich Merz und die CDU. Lohnend erscheint ihm die Lektüre vor allem, weil das Buch trotz detailreicher biografischer Beobachtungen mehr ist als eine Merz-Biografie, nämlich eine zeitgeschichtliche Darstellung der jüngeren Bundesrepublik. Ob es um Merz zwischen Schützenverein und und Juristen-Elternhaus geht oder um sein Verhältnis zu Merkel - Detail-Kenntis prägt das Buch, versichert Heckmann, auch wenn die Autoren gelegentlich "Merzsche Narrative" übernehmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.10.2022
Als wohlwollend, aber nicht unkritisch bewertet Florian Keisinger dieses Merz-Porträt der beiden Journalisten Jutta Falke-Ischinger und Daniel Goffart in einer nur online erschienenen Rezension. Ausführlich erzählt er den Aufstieg des CDU-Senkrechtstarters nach, seinen Sturz durch Angela Merkel und die Rückkehr an die Parteispitze zwanzig Jahre später. Interessanter wird es bei den Einschätzungen zur zukünftigen Politik des CDU-Vorsitzenden: Dass Friedrich Merz die CDU programmatisch erneuern kann, trauen ihm die beiden Autoren Keisinger zufolge durchaus zu, auch wenn er einen ziemlichen Spagat werde hinlegen müssen, um nicht nur von der AfD Wähler zurückzugewinnen, sondern auch in der Mitte, bei Frauen und Jungen zu punkten. Ob er aber als Person wird überzeugen können, sehen die beiden Autoren zu recht skeptisch, wie der Rezensent bemerkt.
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