"Ticken die in Berlin noch richtig?" Aus diesem Satz, den Carsten Linnemann immer wieder zu hören bekommt, spricht das Gefühl vieler Menschen, dass die Politik an ihnen vorbei regiert.Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende nimmt auch in seinem neuen Buch kein Blatt vor den Mund. Er beschreibt schonungslos, welche Fehler seine Partei über Jahre hinweg gemacht hat - Fehler, die von der Ampelkoalition nun fortgesetzt werden. Seine These: Deutschland hat sich in einer Komfortzone eingerichtet. Wichtige Zukunftsthemen werden verdrängt, weil die Politik im Krisenmodus verharrt. Sein Ziel: ein echter Mentalitätswandel, mehr Mut, mehr "einfach mal machen". Dazu präsentiert er 15 eigene Ideen für eine bessere Politik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2022
Zackig geht es zu in dieser Analyse des CDU-Vize Carsten Linnemann, warnt Rezensent Robert Probst vor: Zehn Punkte hier, fünfzehn Ideen da, fertig ist die Staatsreform, das Bundesexperimentiergesetz und die Begrenzung der Sozialleistungsquote. Die Republik muss smarter werden! Interessant findet Probst, dass Linnemann als großen Fehler von Angela Merkels Politik die Konzentration auf Krisen und Tagespolitik wertet. Aber es fällt ihm auch auf, dass in dieser Analyse keine anderen Politiker der CDU vorkommen, weder Friedrich Merz noch Markus Söder. So viel zur neuen Glaubwürdigkeit, denkt sich Probst, der sich zudem gewünscht hätte, dass Linnemann seine gravierende Diagnose eines Staatsversagens nicht nur mit Hinweis auf "Insider" oder anonyme Quellen belegt hätte.
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