"Wir haben keine Politikverdrossenheit. Wir haben eine Politikerverdrossenheit." sagt Wolfgang Bosbach. Zu oft wurden die Wählerinnen und Wähler enttäuscht. Nach dem Standard-Eurobarometer der EU-Kommission hatten im Frühjahr 2021 nur noch rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Vertrauen in unsere politischen Parteien. Ein trauriger Befund. Welche Personen und Institutionen könnten in diesen Zeiten Orientierung und Halt geben?Wolfgang Bosbach hat in fünf Jahrzehnten Politik auf Bundesebene eine Fülle von unterschiedlichen Erfahrungen gesammelt. Auf einige hätte er verzichten können, aber die meisten waren positiv. Er ist der festen Überzeugung, dass es der Politik gut tun würde, etwas mehr und besser zuzuhören, was die Menschen bewegt. Nicht um allen nach dem Munde zu reden, sondern die Hoffnungen und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger intensiver mit der eigenen politischen Agenda zu verzahnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2022
Angenehm zu lesen, aber vielleicht ein wenig langatmig findet Rezensent diese Analyse des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach. Wenn Bosbach mehr vertrauensbildende Maßnahmen einfordert, eine bessere Fehlerkultur und gegenseitigen Respekt, möchte Probst nicht widersprechen. Auch dass Bosbach die schamlosen Maskendeals von Parteikollegen während der Pandemie anprangert, rechnet ihm der Rezensent an. Interessant findet er, dass Bosbach als den größten Fehler von Angela Merkels Regierungszeit die Konzentration auf Krisen und Tagespolitik bewertet. Die hohe Floskeldichte könnten allerdings auch die vielen Bibelzitate nicht wettmachen, mahnt der Rezensent.
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