Kinderschänder und Vergewaltiger prägen die Vorstellung vom Verbrecher. Manche werden zu Medienstars, doch nach der Verurteilung verschwinden auch sie hinter den Mauern. Gefängnisse zählen zu den schattigsten Regionen der Gesellschaft. Wo keine Öffentlichkeit ist, herrscht auch im Rechtsstaat Willkür. Kai Schlieter sprach mit Mördern, Räubern und anderen Verbrechern, besuchte prominente Gerichtspsychiater, Forensiker und Kriminologen. Er zeigt, was sich in der Welt hinter Gittern wirklich abspielt, und kommt letztlich zu dem Schluss: Der jetzige Vollzug schadet unserer Gesellschaft mehr, als dass er ihr nutzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.05.2011
Chance vertan, meint die Rezensentin Nikola Framme, Vollzugsabteilungsleiterin im Männergefängnis von Oldenburg, enttäuscht fest. In ihren Augen vermag der Soziologe und Journalist Kai Schlieter nicht, seinen Stoff auf wirklich differenzierte, erkenntnisbringende Weise darzustellen. Über die an sich spannenden Themen Jugendkriminalität, Frauenvollzug, Langzeitgefangene und die Zusammenhänge von Neurophysiologie und Straffälligkeit erfährt Framme leider nichts Neues. Oberflächlich und lückenhaft findet sie Schlieters Vor-Ort-Recherchen und Auseinandersetzungen. Und beim Thema Sicherheitsverwahrung kann der Autor sich ihrer Meinung nach nicht von eigenen Vorurteilen lösen.
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