Kai Strittmatter berichtet aus einer Stadt, die nicht nur den Besucher, sondern oft genug auch ihre Bewohner verwirrt. In Peking trifft altes Denken auf neue Freiheiten. Das quietscht und knirscht, und manchmal kracht es ganz herzerfrischend. Wenn der 19jährige Xiao Rong plötzlich eines Morgens mit einem Irokesenschnitt aufwacht, sich einen E-Baß umhängt und vor fäusteschwingenden Nachbarn zu einer neuen Revolution aufspielt. Wenn Professor Liu Dalin sein Volk nach Jahrzehnten amtlich verordneter Prüderie mit seinem Erotikmuseum die sexuelle Befreiung lehrt. Wenn alte Damen morgens früh in den Park huschen und lieber charismatischen Qigong-Meistern lauschen als langweiligen Parteisekretären ...
"Wach, warmherzig und sehr witzig", urteilt der Rezensent Matthias Nass, schildert der Peking-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Kai Strittmatter, das neue China als ein Land im Umbruch. Die zwanzig Miniaturen über Punks und Kalligrafen, taffe Manager und abrissbedrohte Mieter hält er für so gut, dass er sie, etwa auf einem Flug nach Peking, gleich zweimal nacheinander lesen möchte. Die Ungerechtigkeiten und neuen Freiheiten, das rasende Tempo und die paradoxen Widrigkeiten des chinesischen Alltags, findet Nass, sind vom Autor genau beobachtet und virtuos beschrieben. "Das kleine Buch ist ein großes Vergnügen", schreibt Nass. Und ideale Urlaubslektüre. Wer es nicht in die Reisetasche stecke, sei selber schuld.
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