Aus dem Englischen von Ricarda Kranz. Anhand von erstaunlichen Fallbeispielen führen zwei Wissenschaftler in ein neues, faszinierendes und aufstrebendes Forschungsgebiet ein, das sie selbst Tiefen-Neuropsychologie nennen. Es ist die Verbindung von Psychoanalyse und Neurowissenschaften, und sie gelingt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Die "profunde Abhandlung" von Karen Kaplan-Solms und Mark Solms der "Neuro-Psychoanalyse" hat Rezensent Christopher Baethge ausnehmend beeindruckt. Den Ansatz der Autoren, Psychoanalyse und Neurowissenschaft zu verbinden, würdigt Baethge als "neu und originell". Sie haben Patienten mit neurologischen Ausfällen einer Psychoanalyse unterzogen - ein unübliches Verfahren, das Baethge Respekt abnötigt. Dabei ging es den Autoren auch um ein besseres Verständnis der Anatomie und des Wirkens des von Freud postulierten "psychischen Apparats". Diesbezüglich haben sie dann auch eindrucksvolle Thesen aufgestellt, wie Baethge darlegt. Zwar hat er einiges an dem Werk zu beanstanden: die Übersetzung etwa ist ihm zuweilen zu "schwergängig"; dem nicht vorgebildeten oder Psychoanalyse-kritischen Leser werde einiges an Schlussfolgerungen zugemutet; die Lektüre sei für alle Nicht-Fachleute "harte Arbeit". Doch diese Mängel, befindet der Rezensent, wiegen im Blick auf die Qualitäten des Buches nicht allzu schwer.
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