Karin König

Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben

Hermann Flade - Eine Biografie
Cover: Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben
Lukas Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783867323536
Kartoniert, 250 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Wenn es jemanden in der DDR gegeben hat, der die Staatsideologie der SED bereits in ihrer Anfangszeit schonungslos entlarvt hat, dann war es der aus dem Erzgebirge stammende Oberschüler Hermann Flade. Als im Oktober 1950 die ersten Volkskammerwahlen stattfinden sollten, griff er mit einer individuellen Protestaktion das von der Einheitspartei vertretene Demokratieverständnis frontal an und charakterisierte es als totalitäre Herrschaft, die weder Pluralität noch Gewaltenteilung kannte. Wie brutal der Staatsapparat auf die Verteilung von Flugblättern in der Provinz reagierte, wurde deutlich, als man den Achtzehnjährigen in einem Schauprozess zunächst zum Tode verurteilte. Erst eine internationale Protestkampagne führte dazu, dass das Urteil revidiert und Flade zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Ein Jahrzehnt lang musste er die Qualen und Demütigungen so berüchtigter Gefängnisse wie Bautzen, Torgau und Waldheim über sich ergehen lassen. Als er 1960 entlassen wurde und sich in den Westen absetzen konnte, blieb der junge Oppositionelle weiter ein erbitterter Gegner des SED-Regimes.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2020

Laut Rezensent Frank Pergande verbeißt sich Karin König mitunter zu sehr in ihren Stoff. Insgesamt aber überzeugt ihn Königs Biografie des DDR-Dissidenten Hermann Flade, dem er etwas mehr Bekanntheit wünscht. Flades Leben, sein Aufbegehren gegen die SED, seine jahrelange Haft, seine IM-Arbeit und sein radikales katholisch geprägtes Denken kann König dem Rezensenten vermitteln. Ergreifend und spannend findet Pergande, wie die Autorin mit ihrer Haltung zu Flade ringt und wie dabei ein "grundsätzlicher Konflikt" sichtbar wird: der charakterlich schwierige Dissident im totalitären Regime, der "für uns, so oder so, zum Helden" wird.
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