Herausgegeben von Gert Vonhoff und Martina Lauster. Mit dem vorliegenden Band wird die Kommentierte digitale Gesamtausgabe vorgestellt, an der das Editionsprojekt Karl Gutzkow arbeitet. Im Internet kann man den Fortgang der Edition auf der Seite www.gutzkow.de verfolgen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2002
In Wolfgang Raschs Bibliografie nimmt Karl Gutzkows Primärliteratur 600 Seiten ein - handschriftlicher Nachlass nicht mitgerechnet. Noch mal 600 Seiten füllen sich mit Sekundärliteratur. Aber wer will das lesen, außer Arno Schmidt und Rolf Vollmann, Büchner-Freunde und neue Pioniere des 19. Jahrhunderts? Obwohl Rezensent Alexander Kosenina seine Zweifel am literarischen Wert des Gutzkow-Oeuvres zu haben scheint, findet er den Versuch einer Edition des Gesamtwerks doch höchst interessant. Denn erstens war Gutzkow nicht nur Romanautor und Dramatiker, sondern auch "höchst umtriebiger" Journalist, Literaturkritiker, Zeitschriftenherausgeber und "Reformator des Buchmarkts", also, so Kosenina, ergiebig nicht nur für Germanisten, sondern auch für Buchwissenschaftler, Historiker oder Soziologen. Und zweitens vollbringt der Verlag hier eine Pionierleistung in Sachen editorische Arbeit, lobt der Rezensent. Auf der Internetseite www.gutzkow.de ist die Edition nämlich in allen Produktstadien zugänglich. Jeder Leser darf sich beteiligen: Details hinzufügen, auf Fehler verweisen und "knifflige Kommentarprobleme" lösen. Kosenina findet das nicht nur "faszinierend demokratisch", sondern sieht hier auch ein "Erfolgsmodell" für große Brief- und Tagebucheditionen. Der Rezensent lobt die leichte Benutzbarkeit der Adresse, die auch Buch und CD-Rom des Eröffnungsbandes auszeichnen. Außer einer Projektbeschreibung finden sich auf der CD "Editionsproben einiger Texte", die einen "guten Einblick in die Editionswerkstatt" und einen "vorzüglichen Eindruck von der Ausgabe" vermitteln, lobt der Rezensent.
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