21.000 getötete Patienten pro Jahr?
Wenn nicht der Mensch - als Patient und als Pflegender - im Mittelpunkt des Gesundheitssystems steht, sondern Profit, Apparate und Pharmazeutika, dann wird das Gesundheitssystem zur Gefahr. Die Folge: Gestresste Pfleger und Ärzte, Unzufriedenheit, Behandlungsfehler und eine zunehmende Resignation. Einige Mitarbeiter reagieren gewalttätig auf ihre Überforderung. Tausende Patienten bezahlen das mit ihrem Leben.
Die bisher bekannten Mordserien in Kliniken und Heimen sind nur die Spitze des Eisberges. Viel häufiger als bisher vermutet werden Patienten in Kliniken und alte Menschen in Pflegeheimen zu Opfern. Die Zahl der Tötungen geht in die Tausende. Die Profitinteressen von Klinikbetreibern, Pharmaindustrie und Apparateherstellern haben aus Patienten "Kunden" und aus Pflegern und Ärzten "Leistungserbringer" gemacht.
Gefahr für Leib und Leben erwächst aus diesem inhumanen System, wenn die zwischenmenschliche Beziehung von Alten und Patienten zu Schwestern, Pflegern und Ärzten zum Geschäftskontakt verkümmert. Die Kranken sind in ihrem Leben bedroht, wenn mit weniger Personal, das zunehmend unter Druck steht, immer mehr Bedürftige versorgt werden müssen. Tausende Heimbewohner und Klinikpatienten bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das ist das schockierende Ergebnis einer bislang unveröffentlichten Studie, für die Professor Karl H. Beine mehr als 5000 Beschäftigte in Gesundheitsberufen befragen konnte. Wie dramatisch die Lage ist und was sich - auch politisch! - ändern muss, beschreibt er zusammen mit Jeanne Turczynski in diesem Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2017
Stephan Sahm findet, dass die Institution Klinik, ihre Defizite und Chancen eine bessere Betrachtung verdienen als diejenige von Karl H. Beine und Jeanne Turczynski. Für auf den Effekt hin gearbeitet hält er das Buch, die vollmundigen Ankündigungen im Klappentext kann es nicht erfüllen oder nur fehlerhaft, meint er. Zu unterschieden sei zwischen der Tötung von Patienten und der gezielten Abschaltung von Atemfunktionen aufgrund des Krankheitsbildes. Wissenschaftlich findet Sahm das Buch mit seinen Verweisen auf Zeitschriftenartikel auch nicht, für Schlussfolgerungen ist es ungeeignet, glaubt er. Die von den Autoren angerissenen Fallgeschichten jedoch scheinen ihm eine genauere Aufarbeitung zu verdienen.
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