Mit Fotografien. Mahatma Gandhi (1869-1948) ist die Ikone des gewaltlosen Widerstandes. Er kämpfte für die Unabhängigkeit Indiens, für Gerechtigkeit und Wahrheit und gegen Gewalt. Furchtlos und mit einem großen Gespür für die Menschen folgte er kompromisslos seinen Visionen.
"Tugendhaft, enthaltsam, gewaltlos und der Wahrheit verpflichtet", so lautete das Satyagraha-Gelübde, dem Gandhi sein ganzes Leben lang folgte. Ohne ihn zu idealisieren, erzählt diese Biografie von einem außergewöhnlichen Leben: Von dem jungen Rechtsanwalt, der zu schüchtern war, um vor Publikum zu sprechen, der im Südafrika der Buren sein Glaubens-Prinzip entwickelte und, zurück in Indien, zu dem charismatischen Politiker wurde, der Hunderttausende dazu brachte, sich dem berühmten "Salzmarsch" anzuschließen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.07.2016
Besonders gut gefällt Harald Eggebrecht an Marcel Feiges Gandhi-Biografie, dass der pazifistische Widerstandskämpfer darin nicht zum Helden stilisiert, sondern mit all seinen Widersprüchlichkeiten dargestellt wird. So erfährt der Kritiker etwa, dass Gandhi im Privaten Egomanie und Verbohrtheit an den Tag gelegt habe, beispielsweise seiner Frau Kasturba gegenüber, zunächst seine "sexuelle Gier", schließlich seine Enthaltsamkeit erdulden musste. Eine gewisse Ichbezogenheit scheint laut Feige allerdings offenbar nötig, um einen radikalen Weg gehen zu können, berichtet der Rezensent. Feiges Biografie sei sorgsam, respektvoll und ganz ohne Pathos erzählt, lobt Eggebrecht. Dass der Kritiker eine Vielzahl an Druckfehlern entdecken musste, bedauert er allerdings.
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