Die öffentlichen Verwaltungen stehen vor der größten Modernisierungswelle der letzten Jahrzehnte. Neben einer Binnenreform der Verwaltung geht es dabei um neue Strategien zur Entwicklung einer aktiven Bürgergesellschaft, erweiterte direktdemokratische Verfahren sowie um Wahlrechtsreformen. Norbert Kersting untersucht die Wechselwirkungen beider Modernisierungspfade und schildert das hohe Demokratisierungspotenzial, das diese Entwicklungen innehaben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.04.2005
"Die Zukunft der lokalen Demokratie" ist laut Rudolf Speeth, der den so betitelten Band von Norbert Kesting gelesen hat, nicht gefährdet. Zwei Tendenzen hätten sich in den vergangenen zwanzig Jahren durchgesetzt, faßt der Rezensent zusammen: eine neue Form der Bürgerbeteiligung, eine innere Demokratisierung also, sowie der Einzug betriebswirtschaftlicher Methoden in der kommunalen Verwaltung. Beides steigere Kesting zufolge die Qualität der lokalen Demokratie. Der Bürger ist einerseits politisches Subjekt, andererseits Kunde, was nicht unbedingt das gleiche sei. Kesting betrachte diesen Tatbestand eher als zwei Seiten einer Medaille, so Speeth. Auf die Dauer würde eine effizientere Verwaltung aber auch zu mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung führen, führt der Rezensent die These des Autors aus, der sich ansonsten skeptisch über den Machtzuwachs der Verwaltung und die Direktwahl der Bürgermeister äußern soll.
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