Klaus Reichert

Wolkendienst

Figuren des Flüchtigen
Cover: Wolkendienst
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783103972283
Gebunden, 248 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Was fasziniert die Menschen an den Wolken? Wollen sie uns etwas sagen? Göttliche Drohungen? Oder sind es rein thermische Gebilde? Wolken sind ständig in Bewegung: Das macht es schwer, sie in den Griff zu bekommen - und zugleich zu einem Sinnbild für das Gestaltlose, Ungreifbare, Begriffslose. Klaus Reichert nähert sich in seinem neuen Buch den Wolken von mehreren Seiten: der Bildenden Kunst, der Musik, der Dichtung. Durch Befragung der Meister wie u.a. Turner, Constable, Ruskin, Goethe, Ligeti, durch eigene Beobachtungen, Lektüren und Erinnerungen versucht er, ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Entstanden ist ein faszinierender, zwischen Wissenschaft und Literatur changierender Text, der das Unmögliche unternimmt: das Nicht-Darstellbare darzustellen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2017

Johan Schloemann nennt Klaus Reichert einen Reisenden und Sprachtüftler, das Gegenstück zu einem Fachidioten. Die Erwartungen, die er an Reicherts "Wolkentagebuch" hat, werden allerdings nicht ganz erfüllt. Zwar entdeckt der Rezensent viele interessante Tupfer zum Thema Wolken - Essays, Notizen, Zitate und Szenen aus Mythologie, Kunst, Musik und Literatur. Reicherts eigene Wolkenbeschreibungen findet Schloemann jedoch eher ermüdend, und die lockere Form des Buches weckt in ihm den Wunsch nach einer ordnenden Hand.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.11.2016

Rezensent Florian Illies entfährt angesichts dieses "herrlichen Buches", dieses Blicks zum offenen Himmel ein wolkig schwebendes "Achs". Dieses Buch, so der hingerissene Rezensent, ist selbst wie ein windiger Wolkenhimmel, an dem freie Assoziationen neben Wissenschaftsgeschichte an Exkursen zur Malerei und Musik und Zitaten aus den eigenen und aus fremden Büchern vorbei ziehen. Tizian, Adorno, Goethe, Richter und viele mehr tauchen an diesem Himmel auf und verschwinden ebenso schnell, doch hinter dem scheinbaren Durcheinander, betont Illies, zeigt sich ein bedeutsamer Teil europäischer Mentalitätsgeschichte. Ohne Zögern empfiehlt der Rezensent es ihm gleichzutun und sich vom treibenden Wind in diesem Buch mitreißen zu lassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2016

Lorenz Jäger schwelgt in Klaus Reicherts Wolkenbuch, das für ihn als "schönste Erscheinung eines Spätstils" daherkommt. Wie der Autor die Kunst- und Mythengeschichte der Wolken abklappert, schön unsystematisch, aber mit Kenntnis der Überlieferungssprachen, wie Jäger staunt, bei Turner, Ligeti, Schönberg, Goethe, und das mit eigenen Wolkentagebüchern verbindet, scheint dem Rezensenten bemerkenswert. Reicherts Buch bringt ihm zum Träumen - von einer Philosophie, die unsere Gemeinschaft mit der Welt einmal einholen könnte.
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