Klaus von Beyme bilanziert in diesem Buch die föderalen demokratischen Systeme der westlichen Welt. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die These, dass der Föderalismus nicht nur als rechtliche Verteilung von Kompetenzen der Länder und Nationalstaaten verstanden werden darf. Vielmehr geht es um die wachsende Bedeutung von nationalen Minderheiten und von regionalem Bewusstsein, die gelegentlich durch eine militante Identitätspolitik angeheizt werden und auch in der Europäischen Union das Gleichgewicht in föderalen Staaten verändern. Klaus von Beyme vergleicht aber auch die Erfolge der Bundesstaaten hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und sozialen Leistungen mit zentralistischen Ländern. Nicht immer schneidet der Föderalismus dabei günstig ab.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2007
Rezensent Leonhard Neidhart betont an mehreren Stellen, welch Koryphäe in Sachen Förderalismus der Autor Klaus von Beyme sei, und warnt die potenzielle Leserschaft, wie dicht und fordernd die Lektüre dieses "optisch eher unscheinbaren Paperbacks" doch sei. Es enthält nach Einschätzung des Rezensenten eine "unglaublich geballte Ladung von Wissen". Die zentrale Fragestellung, um die Beyme dieses Wissen streut, ist die, wie sich ein zeitgemäßer Föderalismus der durch ethnische Konflikte und die "postmoderne Kultur" auf den Plan gerufenen Asymmetrien annimmt. Manche Erörterungen zur Frage solcher "Identitätspolitik" lesen sich nach Meinung des Rezensenten interessanter als andere. Neidhart gefällt, dass der Autor sich nicht in der Auswertung empirischer Daten verliert, sondern das große Ganze im Auge behält: Stärke der Arbeit sei "ihr komplexer, ganzheitlicher, problemorientierter, nicht szientistischer Ansatz und das weitgespannte Spektrum der beobachteten Fälle".
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