Weltfinanzkrise, Eurokrise, Staatsschuldenkrise, Flüchtlingskrise, Brexit. Viele Unionsbürger fühlen sich angesichts der europäischen Gefahrenherde überfordert. Sie suchen ihr Heil in der Vergangenheit und Nationalisten wie Globalisierungskritiker versprechen das Blaue vom Himmel durch die Rückkehr in die Nationalstaatlichkeit. Doch was sind eigentlich Nationalstaaten? Wer oder was ist das Volk - was die Nation - und was ein Staat? Jürgen Rüttgers, der früher als "Zukunftsminister" und Ministerpräsident selbst Politiker war, räumt auf mit den gängigen Vorurteilen und Halbwahrheiten, erläutert vermeintlich klare Begriffe wie Volk, Staat, Nation und Nationalstaat und stellt so die Diskussion um die Zukunft Europas auf ein sicheres Fundament. Als langjähriger Fachmann und guter Analytiker weiß Rüttgers, dass die europäische Krise ohne klare Ziele nicht überwunden werden kann: Europa braucht mehr Transparenz, mehr Demokratie, mehr Gewaltentrennung und mehr demokratische Verantwortlichkeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2016
Gleich zwei Bücher arrivierter Berufspolitiker befassen sich mit der Krise der Europäischen Union, stellt Wilfried Loth fest. Im Gegensatz zum Essay Frank-Walter Steinmeiers, der konkrette Schritte aus der Krise aufzeigt, beschränkt sich Jürgen Rüttgers darauf, das bereits Errungene zu beschreiben, fasst der Rezensent zusammen. Da dem Autor dabei auch noch allerei unzulässige Vereinfachungen und widersprüchliche Begrifflichkeiten unterlaufen, vermag Loth den Mehrwert des Rüttgerschen Bandes nicht recht erkennen.
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