Wie niemand sonst gilt der Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, weltweit als Verkörperung von Weisheit und Friedfertigkeit. Seinem Selbstverständnis nach ist er jedoch nur ein "einfacher buddhistischer Mönch", der dem Wohle aller Menschen verpflichtet ist. Doch der Dalai Lama ist auch das Oberhaupt eines Volkes, dem das Recht auf Selbstbestimmung verweigert wird, seit die chinesische Volksbefreiungsarmee Tibet besetzt hat. Mit strikt gewaltfreien Methoden versucht er, die grundlegenden Rechte der Tibeter zu verteidigen, doch davon zeigt sich China unbeeindruckt. Dennoch hat er seinen Optimismus und seinen Glauben an die Kraft der Gewaltfreiheit nicht verloren. Der Mensch hinter dem Lehrer und hinter dem Amt ist kaum im Blick der Öffentlichkeit. Klemens Ludwig zeichnet aus persönlicher Kenntnis - er lernte den Dalai Lama 1988 im buddhistischen Kloster Rikon in der Schweiz kennen - ein umfassendes Bild des Dalai Lama.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2008
Einen etwas zwiespältigen Eindruck hat Klemens Ludwigs Buch über den Dalai Lama bei Rezensent Matthias Drobinski hinterlassen. Einerseits lobt er die profunde, klare und lebendige Darstellung der Geschichte Tibets, des tibetischen Buddhismus und des Lebens des Dalai Lama. Andererseits vermisst er bei Ludwig ein wenig die Distanz. Zwar findet auch er den Dalai Lama sympathisch und beeindruckend. Aber Ludwigs Text scheint ihm doch recht unkritisch, ja fast hagiografisch. Auf den zunehmend "apologetische Grundton" des Buchs hätte er jedenfalls gern verzichtet.
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