Wegschauen funktioniert nicht mehr, zumindest nicht in Syrien. Das Land hat sich zum Schlachtfeld regionaler und internationaler Interessen entwickelt. Die Menschen vor Ort werden im Stich gelassen - politisch, militärisch und humanitär. Und es ist kein Ende in Sicht. Das rächt sich: Hunderttausende suchen Schutz in Europa - Sunniten, Alawiten, Christen, Kurden. Vor allem kommen sie nach Deutschland.
Kristin Helberg hat sieben Jahre in Syrien gelebt und ist über ihre syrische Familie und viele Freunde eng mit dem Land verbunden. Sie weiß, wie es jenen geht, die bis heute in Syrien ausharren, und jenen, die versuchen, in Deutschland Fuß zu fassen. Sie kennt die syrische Geschichte, Politik und Mentalität wie kaum jemand sonst. Warum haben so viele Angst vor den Syrern? Was erwarten wir von ihnen - und was erhoffen sie sich von uns?
Was muss jetzt getan werden, damit die syrische Katastrophe nicht zu einer deutschen wird?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016
Wolfgang Günter Lerch wird von der Journalistin Kristin Helberg rasch von der Darstellung der jüngeren Geschichte Syriens auf das eigentliche Thema des Buches hingeführt. Der Autorin geht es um die Fehlwahrnehmungen und Verzerrungen der Krise bei uns und die Rolle der Berichterstattung dabei. Für Lerch nicht nur im Hinblick auf den Erfolg der AfD ein Buch zur richtigen Zeit, zumal des klare Zielvorgaben macht, wie Deutschland Integrationspolitik auf Basis des Grundgesetzes betreiben sollte. Ein Buch für die Bundeskanzlerin, meint Lerch, und weniger für identitäre Deutsche.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.09.2016
Paul Munzinger lobt die einfachen, pragmatischen Ratschläge für eine gelungene Integration, die die langjährige Syrien-Korrespondentin Kristin Helberg in ihrem Buch gibt: Einfach mal plaudern oder grillen, dann klappt das schon mit dem syrischen Nachbarn. Dass die Autorin sich an die Deutschen richtet, nicht an die Migranten, findet er sinnvoll. Zusätzlich vermittelt ihm die mit einem Syrer verheiratete Autorin, wie die Flüchtlinge "ticken". Anekdotenreich berichtet sie aus dem syrischen Alltag und schneidet den deutschen dagegen, erklärt Munzinger und versteht das als deutsch-syrische Landeskunde mit kühlen Thesen, streitlustigen Beiträgen zur Debatte und viel Sympathie und Trauer für ein zerstörtes Land und seine Menschen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…