Der Basler Jacob Burckhardt war mehr als ein politischer Historiker, er war Kulturhistoriker und Pionier der Kunstgeschichte - aus einer riesigen Photosammlung hat er ein erstes musee imaginaire geschaffen. Das vorliegende Porträt zeigt das vielschichtige Werk in seinen Spannungen und Polaritäten: Kritisch wendet sich Burckhardt gegen die Aufbruchstimmung seiner Zeit, gegen Fortschrittsoptimismus und Demokratisierung, gegen Massenkultur und Nationalismus. Bei ihm, dem konservativen Denker, gingen auch Antimodernismus und Antisemitismus Hand in Hand. Diese erste, an ein großes Publikum adressierte Biografie und komplette Werkschau mit zum Teil nie gesehenen Bildern offenbart: Burckhardt ist alles andere als ein grauer Fachgelehrter gewesen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.12.2009
Rezensent Thomas Meyer schätzt Kurt Meyers Biografie des Historikers Jacob Burckhardt als solide Angelegenheit. Die "große intellektuelle Biografie für unsere Zeit" ist das Buch in seinen Augen gleichwohl nicht. Immerhin würdigt er es als "gediegene Einführung" in Leben und Werk des Kultur- und Kunsthistorikers. Er lobt insbesondere die Zuverlässigkeit und Klarheit der Darstellung sowie die gelungene Auswahl der Zitate, die ihm Lust gemacht haben, Burckhardt wieder zu lesen. Außerdem hebt er die kritischen Passagen hervor, etwa wenn der Autor auf das Zeitbedingte in Burckhardts Schaffen hinweist oder dessen Antisemitismus mit "deutlichen Worten" verurteilt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2009
Angetan zeigt sich Rezensent Urs Hafner von Kurt Meyers "einfühlsamem Porträt" des Schweizer Historikers Jacob Burckhardt. Dem Autor gelingt es in Hafners Augen nämlich, dem "Monument Burckhardt" menschliche Züge zu verleihen. Dass Meyer nicht erst den Anspruch erhebt, ein "geschlossenes Bild" des berühmten Kulturhistorikers zu liefern, scheint ihm durchaus begrüßenswert. Besonders schätzt Hafner die "unprätentiöse" Art, mit der Meyer sich dem Autor und seinem Werk nähert. Die Sympathie des Autors für den Kulturpessimismus des Porträtierten führt laut Hafner auch nicht dazu, dass die reaktionären Seiten dieses "konservativen Nonkonformisten" ignoriert werden.
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