Ling Ma

New York Ghost

Roman
Cover: New York Ghost
CulturBooks, Hamburg 2021
ISBN 9783959881524
Gebunden, 360 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Zoe Beck. Candace Chen arbeitet für einen Verlagsdienstleister am Times Square - zuständig für die Herstellung von Themenbibeln in Asien. So hingebungsvoll folgt sie ihren täglichen Routinen, dass sie erst gar nicht bemerkt, wie tödliche Pilzsporen über New York hereinbrechen - ins Land gekommen durch billige, in China hergestellte Konsumgüter. Das Shen-Fieber greift rasant um sich. Geschäfte schließen. U-Bahnen stehen still. Menschen fliehen. Bald ist sie fast ganz allein in New York. Doch dann muss auch Candace die Stadt verlassen und schließt sich einer Gruppe Überlebender an - in Sicherheit ist sie damit aber noch lange nicht, wie sie bald erfahren wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.05.2021

"Brutal" findet Rezensent Felix Stephan das Verhalten der Protagonistin in Ling Mas neuem Roman: Eine in China geborene Amerikanerin, in der Bibelabteilung eines Kunstbuchverlags tätig, reist beruflich regelmäßig nach Hongkong und verhandelt dort hart - selbst, als eine globale Pandemie die Bevölkerung dahinrafft und den Bibeldruck in Hongkong nahezu unmöglich macht. Dass die Protagonistin wissentlich und trotz ihrer Herkunft für den beruflichen Erfolg über Leichen geht, schockiert den Rezensenten, der hier außerdem den westlichen Menschen im moralischen Dilemma zwischen Marktteilnahme und Mitverantwortung für Ausbeutungsverhältnisse exemplarisch vertreten sieht. Wie treffend die Autorin zudem die Pandemieverhältnisse beschreibt - der Roman erschien bereits 2018 -, findet Stephan zusätzlich "schwindelerregend".
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.05.2021

Rezensentin Sigrid Löffler kann gut verstehen, weshalb Ling Mas Debüt "New York Ghost" als "Roman der Stunde" angepriesen wird. Die in China geborene und in den USA lebende Autorin beschreibe darin mit "unheimlicher Hellsicht", wie sich das Shen-Fieber in Amerika verbreitet und somit immer mehr Menschenleben fordert. Der Rezensentin zufolge gelingt es der Autorin trotz des dystopischen Charakters des Romans, einen autobiografischen zweiten Erzählstrang über Migration, Arbeitswelt und Konsum einzubauen, "raffiniert" miteinander zu verknüpfen und mit Ironie zu behandeln. Allerdings wird die "durchdachte Kunstfertigkeit der Romanstruktur" Löffler zufolge erst dann deutlich, wenn man den gesamten Handlungsablauf kennt. Überrascht wurde die Rezensentin mit der Schlusspointe trotzdem. Für Sigrid Löffler ist klar, dass Ling Ma mit diesem Buch einen der "bemerkenswertesten Debütromane der letzten Jahre" geschaffen hat.
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