Ein besetztes großstädtisches Theater und ein Vergnügungsdampfer auf dem Mittelmeer: Das sind die beiden kolossalen, befrachteten Vehikel, an deren Bord Jakko - protokollierender Autodidakt, ans WWW angeschlossener Simplicissimus - die Tage und Nächte durchkreuzt. Als er, der ahnungslose, verzettelte, größenwahnsinnige Erzähler von der Inbesitznahme des Theaters um die Ecke erfährt, macht er sich gleich auf: Er will mitschreiben an den kommenden Manifesten, sich beteiligen an den Arbeitskreisen auf der stillgelegten Bühne, dabei sein, wenn das Gefüge ins Wanken gerät. Aber hat er überhaupt das Zeug zum Aktivisten? Und was ist es, das sich in Form eines gigantischen Kreuzfahrtschiffs aus seiner Vergangenheit ins Scheinwerferlicht schiebt?
Ein Roman, der mit der Besetzung eines Theaters einsetzt, lässt Kritiker Ekkehard Knörer an eine wirkliche Besetzung der Volksbühne vor sechs Jahren denken, nur dass das Theater bei Lorenz Just keinen Namen hat und zudem leer steht. So ein bisschen in der Schwebe ist die Aktion, Ziel und Umfang werden nur umrissen, wie auch die Figuren etwas Fluides haben, schildert Knörer, Namen sind genauso veränderbar wie Geschlechtsidentitäten. Die vom Rezensenten hoch gelobte Unzuverlässigkeit der Geschichte, an der sich "die Füße schleifen", wird noch durch geschickt mit der Haupthandlung verwobene Einschübe verstärkt, die ihn durch einen Irrgarten des Erzählens schicken, in dem er sich gerne verläuft.
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