Am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, griff ein rechtsextremer Attentäter in mörderischer Absicht die Synagoge in Halle an. Da es ihm nicht gelang, in die Synagoge einzudringen, attackierte er einen Döner-Imbiss. Er ermordete zwei Menschen, Jana L. und Kevin S., und verletzte mehrere Personen auf seiner Flucht. Mit über 40 Nebenkläger*innen und mehr als 80 Zeug*innen und Sachverständigen fand im Jahr 2020 einer der größten Prozesse gegen einen Rechtsterroristen in der Geschichte der Bundesrepublik statt. Nach 26 Verhandlungstagen fand dieser seinen Abschluss mit der Verurteilung des Täters zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Die einzigartigen Mitschriften der Autor*innen geben die gesamte Verhandlung detailliert wieder und zeigen, wie antisemitische, rassistische und misogyne Gewalt vor Gericht verhandelt wurde. Die Herausgeber*Innen gründeten Ende 2019 den Verein democ. Zentrum Demokratischer Widerspruch e. V. und sind dort als Vorstandsmitglieder aktiv.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2021
Rezensent Ronen Steinke kann gar nicht genug betonen, welches Verdienst den Machern dieses Bandes zukommt. Dass die Aktivisten Linus Pock, Grischa Stanjek und Tuija Wigard beim Prozess gegen Stephan B., den feigen Attentäter von Halle, mitgeschrieben haben und so ein Dokument über Rechtsterror in Deutschland als Debattengrundlage zur Verfügung stellen, findet er großartig. Gut gefällt ihm zudem, dass die Herausgeber sich nur mit wenigen erläuternden Fußnoten im Protokoll zu Wort melden. Entstanden ist laut Steinke ein wertvolles Zeitdokument, in dem die Überlebenden des Anschlags ebenso das Wort haben wie eine engagierte Richterin.
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