Mit zahlreichen Abbildungen und Texten von Katrin und Hans Georg Hiller von Gaertringen, Friedrich Kiechle, Peter Raue u. a. Selten hat ein Ereignis der nationalen wie internationalen Kultur- und Kunstszene so viel und so lang andauernden öffentlichen Streit ausgelöst wie die Hergabe von Ernst Ludwig Kirchners Berliner Straßenszene, eines Hauptwerks des stilprägenden Brücke-Malers aus der legendären Sammlung des in der Weimarer Republik weithin angesehenen jüdischen Erfurter Schuhfabrikanten Alfred Hess und zugleich eines Herzstücks aus dem Bestand des Berliner Brücke-Museums. Dieses Buch versucht, den schicksalhaften Weg des einzigartigen Kunstwerks vor dem Hintergrund des Niedergangs von Unternehmen und Vermögen der Familie des Sammlers in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang zu stellen und dokumentarisch nachzuzeichnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2018
Rose-Maria Gropps Eindruck von Ludwig von Pufendorfs Dokumentation der Restitutionsgeschichte von Ernst Ludwig Kirchners "Berliner Straßenszene" ist nachhaltig. Dass Pufendorf zahlreiche Bilder und Faksimiles präsentiert, um die Unrechtmäßigkeit der Rückgabe zu belegen, beeindruckt sie und gemahnt sie daran, wie wichtig eine ordnungsgemäße Abwicklung des Rückgabe-Vorgangs bei Kulturgütern dieses Ranges ist und in diesem Fall gewesen wäre. Welche Fehler gemacht wurden, erklärt ihr der Autor in einer akribischen Chronologie der Ereignisse. Ein warnendes Lehrstück, meint Gropp.
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