Petra Werner

Der Fall Feininger

Cover: Der Fall Feininger
Koehler und Amelang Verlag, Leipzig 2006
ISBN 9783733803414
Gebunden, 256 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Als im Frühsommer 1984 49 Gemälde des berühmten Malers Lyonel Feininger aus der DDR in die USA verschifft wurden, löste diese Überführung ein internationales Presse-Echo aus. Was war geschehen? Bei seiner Flucht aus Deutschland 1937 hatte Feininger 64 Ölgemälde zurücklassen müssen, die er in die Hände eines Freundes übergab. Dieser Mann bewahrte die Bilder über 30 Jahre lang in Quedlinburg auf, vor dem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit verborgen, bis er 1970 von den Söhnen Feiningers auf Herausgabe verklagt wurde. 14 Jahre dauerten der Prozess und weitere schwierige Verhandlungen, bis die Gemälde ihre Reise in die USA antreten konnten. Die Autorin Petra Werner schildert aufgrund der Gerichtsakten und zahlreicher persönlicher Zeugnisse einen der spektakulärsten Kunstprozesse im 20. Jahrhundert, in dem bedeutende Werke der Klassischen Moderne zum Mittel der Politik und zum Gegenstand des Kalten Krieges wurden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2006

Petra Werner hat eine spannende Fall- und Rechtsgeschichte geschrieben, findet Dieter Simon. Diese schildert die Chronologie der Auseinandersetzung zwischen dem Ehepaar Feininger und ihrem Freund Dr. Herrmann Klumpp um diejenigen Werke Lyonel Feiningers, die dieser vor seiner Flucht in die USA in die Obhut seines Freundes Klumpp gegeben hatte. Nach dem Krieg hatte Klumpp diese Bilder nicht herausgeben wollen. "Akribisch recherchiert", "detailgetreu und doch zurückhaltend" schildere die Autorin, wie sich Klumpp, die Feiningers und schließlich das DDR-Kultusministerium um das Eigentum an den Bildern stritten. Der Streitgegenstand, die Bilder Feiningers, seien in dem Buch in "hervorragenden" Reproduktionen enthalten. Kritisch vermerkt Simon, dass der Text allerdings auch Fragen aufwirft, die die Autorin nicht beantwortet, zum Beispiel, wo die Bilder heute sind.

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