Die europäische Geschichte zwischen Reformation und Westfälischem Frieden ist eine Phase konfessioneller Spannungen, die sich in ganz Europa zu politisch-militärischen Konflikten ausweiteten. In diesem Zeitraum veränderte sich der Kontinent auch in sozialwirtschaftlicher Hinsicht erheblich: Mit dem Beginn der europäischen Expansion griff Europa geografisch über seinen eigenen Horizont hinaus. Diese Phase der europäischen Geschichte stand deshalb in der Spannung zwischen Tradition und Erneuerung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.02.2011
Die Zurückhaltung, die sich die neue Beck-Reihe zur europäischen Geschichte bei geistes- und ideengeschichtlichen Überlegungen offenbar auferlegt hat, stößt bei Stephan Speicher auf Enttäuschung. Von den drei Auftaktbänden der auf zehn Bände angelegten Reihe hat ihm Luise Schorn-Schüttes Buch "Konfessionskriege und europäische Expansion" am wenigsten zugesagt. Dass die Autorin sich an die Frage, ob die Reformation als "genuin" europäisch gelten muss und wenn ja warum, gar nicht erst herantraut und die Neuzeit lieber isoliert denn als etwas in sich Abgeschlossenes betrachtet, scheint dem Rezensenten "mutlos". Zudem beschwert er sich über mangelndes Interesse an religiösen und konfessionellen Zusammenhängen. Genauso hätte er sich auch bei der Behandlung der Seefahrt und den Kolonien Gedanken zum für europäische Mächte auffälligen Ausgriff auf weit entfernte Gebiete gewünscht, die bei anderen Hochkulturen in dieser Form immerhin nicht vorkamen, wie Speicher zu bedenken gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2010
Im Licht einer neuer Reihen des Beck Verlags zur Geschichte Europas nimmt Caspar Hirschi auch dieses Buch von Luise Schorn-Schütte unter die Lupe. Es sticht dem Rezensenten ins Auge, dass die Autorin in ihrer Europageschichte von 1500 bis 1648, die er für klare die Gliederung und umfassende Themenabdeckung lobt, die Neuzeit als in sich geschlossenes Ganzes betrachtet und damit dem vom Verlag verfolgten teleologischen Ansatz einer Europa-Geschichte eine Absage erteilt. Noch überraschender ist für ihn deshalb auch, dass Schorn-Schütte durchaus vorhandene Europa-Vorstellungen in der frühen Neuzeit nicht aufgreift. Und so ist in den Augen Hirschis zwar ein durchaus zu lobender "Epochenüberblick" entstanden. Für die Reihe "C. H. Beck Geschichte Europas" allerdings ist dieser Band nicht prädestiniert, wie er meint.
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