Magdalena Platzova

Aarons Sprung

Roman
Cover: Aarons Sprung
Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 2010
ISBN 9783940111616
Gebunden, 250 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Tschechischen von Kathrin Janka. Aus der Perspektive der 88-jährigen Prager Künstlerin Kristyna wird die Geschichte ihrer jüdischen Freundin Berta Altmann erzählt. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren war sie eine vielversprechende, aufstrebende Malerin, die in den Kreisen von Oskar Kokoschka, Alma Mahler und Paul Klee verkehrte. 1942 wurde sie nach Theresienstadt, später nach Auschwitz deportiert, wo sie 1944 starb. Ein israelisches Filmteam, das einen Dokumentarfilm über Berta drehen möchte, befragt Kristyna zu ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Auch ihre 24-jährige Enkelin Milena entwickelt immer mehr Interesse an der Geschichte der Großmutter und schließt sich dem Filmteam an. Zwischen ihr und dem Kameramann Aaron, der Tschechen wie Deutsche zuerst pauschal verurteilt, entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung. Peu a peu wird die Mitschuld Kristynas an Bertas Deportation aufgedeckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2010

Hans-Peter Riese ist voll des Lobes für die Autorin und ihr Buch. Unter den jüngeren Büchern aus Tschechien, meint er, sucht ein Buch wie dieses, mit einem einem so packenden, weit ausgreifenden Thema, seinesgleichen. Die Art und Weise, wie Magdalena Platzova die Geschichte dreier Generationen erzählt, wie sie die Deportationen der Prager Juden thematisiert, den Leser ans Bauhaus in Weimar führt und ihren Figuren schließlich bis nach Israel folgt, hält Riese für sprachlich wie psychologisch herausragend. Vor seinen Augen entsteht das Bild eines äußeren Scheiterns, aber eines faszinierenden Inneren, von Platzova nachempfunden der Biografie der Malerin Friedl Dicker-Brandeis. Weil die Autorin Fragen nach Moral und Vergangenheitsbewältigung vermittels bislang ungekannter Perspektiven verfolgt, beim Umgang mit vielen verschiedenen Sprachebenen aber den Überblick nicht verliert, erscheint das Buch dem Rezensenten als Ereignis und Höhepunkt im Werk Platzovas.

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