Diese Graphic Novel erzählt die bewegende Geschichte von Otto Weidt (1883-1947), der während des Zweiten Weltkriegs als Betreiber einer Blindenwerkstatt versucht, seine jüdischen Arbeiterinnen und Arbeiter vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen. Er baut ein Netzwerk an Helferinnen und Helfern auf, besticht Gestapo-Beamte und besorgt gefälschte Papiere, Verstecke und Verpflegung. Trotz mehrfacher Verhaftungen und Verhöre gelingt es Weidt immer wieder, seine Widerstandsaktivitäten geheim zu halten. Selbst als er die Deportation der meisten seiner Schützlinge nicht mehr verhindern kann, gibt er nicht auf. Er schickt ihnen Lebensmittelpakete in das Ghetto Theresienstadt und reist sogar selbst nach Auschwitz, um seine engste Mitarbeiterin vor dem Tod zu retten. Nur wenige überleben, doch sein selbstloser Mut bleibt unvergessen.
Eine starke Veröffentlichung ist diese Graphic Novel für Rezensentin Bernadette Conrad vor allem deswegen, weil es ihr gelingt, in Wort und Bild die Schrecken der Nazizeit anschaulich zu machen. Im Zentrum der Geschichte steht Otto Weidt, der in den Jahren des Zweiten Weltkriegs einer von wenigen Deutschen war, die sich für ihre jüdischen Mitbürger einsetzten. Selbst fast blind, beschäftigte Weidt viele blinde Juden in seiner Werkstatt und konnte sie - allerdings nur ein knappes Jahr lang - vor der Deportation retten. Einige der Menschen, denen Weidt zu helfen versuchte, sind nun die Hauptfiguren dieser Erzählung, die mithilfe düsterer Bilder zu einem quasi filmischen Erlebnis wird, das vor allem jüngeren Lesern eine gute Einführung in die Geschichte ermöglicht. Conrad jedenfalls ist angetan und ergriffen von dieser Publikation.
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