John Boyne

Maurice Swift

Die Geschichte eines Lügners. Roman
Cover: Maurice Swift
Piper Verlag, München 2021
ISBN 9783492059633
Gebunden, 432 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch und Michael Schickenberg. Maurice Swift ist Schriftsteller. Er hat Stil, kann brillant erzählen, doch ihm fehlen die Geschichten. In Westberlin trifft er auf sein Idol, Erich Ackermann, der gerade mit einem großen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Ackermann verfällt dem charmanten jungen Mann, der sich für alles, was er sagt, interessiert. Er nimmt ihn mit auf Lesereise durch Europa und erzählt ihm sein Geheimnis. Es ist diese Geschichte, für die Maurice endlich als Autor gefeiert wird. Und die Ackermanns Karriere beendet. Maurice dagegen ist schon auf der Suche nach dem nächsten Stoff…

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2021

Rezensent Martin Halter hat Sympathie für John Boyne und seinen Schwindler-Schriftsteller Maurice Swift. Dass der Autor seiner Figur jede Menge authentische Erfahrung aus dem Literaturbetrieb mitgibt, ist dem Text laut Halter anzumerken. Der Genuss, den Boyne beim Erschaffen der für den Erfolg vor nichts zurückschreckenden Figur und seiner verräterischen Praktiken empfunden haben muss, teilt sich dem Rezensenten ganz offensichtlich mit. Dass sich viele Schriftsteller mit fremden Federn schmücken, wird Halter beim Lesen ebenso klar, wie ihn die Frage umtreibt, ob darin also ein Frevel liegt oder professionelle Notwendigkeit. Boynes intime Kenntnis von Jargons und Eitelkeiten der Literaturszene machen jedenfalls Spaß, findet er.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.02.2021

Mit seinem Kinderbuch "Der Junge im gestreiften Pyjama" hat sich John Boyne Anfang der 2000er Jahre weltweit einen Namen gemacht, erinnert uns Rezensentin Cornelia Geißler. Allerdings hat er sowohl davor als auch danach auch durchaus interessante Bücher für Erwachsene geschrieben, die meistens von unvorhergesehenen biografischen Wendungen handeln. "Maurice Swift" ist einer dieser Romane. Aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt Boyne darin die Geschichte des talentierten Lügners, Plagiators und Charmeurs Maurice Swift. Mit blendendem Aussehen sowie einem Talent fürs Schreiben und Schmeicheln ausgestattet, jedoch mit keinerlei Fantasie, findet der gerissene Schriftsteller immer wieder neue Methoden und Opfer, die ihn auf seinem Weg zum Erfolg weiterbringen, lesen wir. Von den Beziehungen zwischen Räuber und Beraubten schreibt Boyne auf eine so wahrhaftige Weise, dass man die "Täuschungen, Verführungen und Abhängigkeiten" der Figuren mitfühlt, lobt Geißler.
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