Sie wurden im selben Jahr 1889 geboren und im gleichen Alter 1911 von einer ungeheuren Leidenschaft des Philosophierens ergriffen, die ihre Denk- und Lebenswege beherrschte und einzigartig machte: Martin Heidegger und Ludwig Wittgenstein. Dabei waren sie der Herkunft nach grundverschieden: Wittgenstein entstammte einer großbürgerlichen Familie in der Metropole Wien, Heidegger kam aus einer badischen Kleinstadt und einfachen Verhältnissen. Aber beide gehören zu den bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, und für beide wurde die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (auch Hitler war Jahrgang 1889) und den Katastrophen der Epoche ein zentrales Thema.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.06.2017
Otto A. Böhmer lässt sich von Manfred Geier zwei exemplarische, durch ein existenzielles Denken geprägte Philosophenbiografien erzählen, wie er sie heute nicht mehr für möglich hält, da eher vernetzte Kooperation gefragt ist, wie er glaubt. Daher blickt der Rezensent auf den "empfehlenswerten" Text mit einiger Sentimentalität. Dass Wittgenstein und Heidegger darüber hinaus noch allerhand mehr gemeinsam hatten, erfährt Böhmer vom Autor, der ihm überdies spannend wie unterhaltsam von Leben und Werk der beiden Philosophen berichtet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.04.2017
Michael Stallknecht freut sich, dass Manfred Geier die Parallelen im Leben und Denken von Wittgenstein und Heidegger in seinem Buch nicht überstrapaziert. Nüchtern und in der Beschreibung genau, weniger wertend, nennt Stallknecht das Vorgehen des Autors, der biografische Übereinstimmungen zwischen den beiden Philosophen wie den frühen Erfolg, den Hang zum Einsiedlerdasein und die Prägung durch den Ersten Weltkrieg laut Rezensent in seiner Doppelbiografie zwar behandelt, doch nicht systematisiert. Der Lebenschronik folgend, so erklärt Stallknecht, lässt der literaturwissenschaftlich ausgerichtete Geier auch die Unterschiede der beiden Solitäre scharf hervortreten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2017
Rezensent Helmut Meyer findet Manfred Geiers Doppelbiografie solide, mitunter etwas betulich und, wenn es um Heidegger geht, allzu distanzlos. Fast wörtlich und ohne Kennzeichnung, so klagt Meyer, übernimmt der Autor Heideggers Worte und Jargon. Werkinterpretationen hingegen sucht er bei Geier vergebens. Die Feststellung oberflächlicher Kontraste (Weltläufigkeit bei Wittgenstein vs. Bodenständigkeit bei Heidegger) scheint Meyer im Ganzen allerdings zu wenig.
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