Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004
"Richtig richtig gut" findet Martin Z. Schröder die von Manfred Krug und Ursula Karusseit gesprochene Fassung der Autobiografie des Schauspielers. Krug erzählt von den wechselnden Stationen seiner Kindheit in Duisburg, Osnabrück, Henningsdorf, Brandenburg und Berlin, die man ohne weiteres, meint Schröder, als "schwere Kindheit" bezeichnen könnte, würde Krug nicht so verschmitzt und humorvoll davon berichten. Karusseit dagegen spricht den Part von Johanna Krug, des Schauspielers Urgroßmutter, deren Geschichte als eigene "Geschichte in der Geschichte" dazwischen geschoben ist. Am Ende aber nähern sich die beiden Biografien zeitlich an, sinniert Schröder und unterstellt dem Unternehmen insofern auch einen höheren Sinn, als die soziale Entwicklung einer ganzen Familie deutlich werde, auch wie stark Armut über Generationen an den Menschen geklebt habe. Ursula Karusseits heiserer Stimme geht jene Verschmitztheit des Urenkels ab, stellt Schröder fest, ihr Vortrag sei einfacher. Doch Humor hätte die Frau bestimmt auch gehabt, springt er für Johanna Krug in die Bresche, bloß hätte sie sich soviel Witz vermutlich gar nicht leisten können. Schröder gesteht tapfer seine gelegentlich tränennassen Augen: mal vor Rührung, mal vor Lachen.