Aus dem Französischen von Hanna Reininger. Adam! Die erste Information, die ihm gegeben wird, als er wieder zu Bewusstsein kommt, ist ein Name. Ist es sein Name? Er versucht, sich mitzuteilen, aber niemand hört ihn. Und wer sind diese Leute? Sind es Ärzte, Polizisten, seine Frau? Umgeben von einer tiefen Schwärze schläft sein Geist ein und wacht in regelmäßigen Abständen wieder auf... Da ist dieses Bild, das sich abzeichnet, wenn ein bestimmtes Wort genannt wird: Finsternis. Er kann es noch nicht richtig greifen... Marc-Antoine Mathieu setzt sich in seinen Arbeiten mit den vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten des Comics auseinander und lotet dabei immer wieder neu die wechselseitige Beziehung von Form und Inhalt aus.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.08.2023
Rezensentin Jule Hoffmann schätzt sie sehr, die kafkaesken Comics von Marc-Antoine Mathieu. Und der neuste Band steht den gefeierten Vorgängern in nichts nach, fährt die Kritikerin fort, die sich hier von Mathieu ins Hirn des Wachkomapatienten Adam entführen lässt. Allein wie der französische Zeichner die eingeschränkte Wahrnehmung von Adam einfängt, zunächst grobkörnig, oft schwarz mit vereinzelten Lichtpunkten, bis sich einzelne Bilder zusammensetzen, ringt der Rezensentin größte Anerkennung ab. Auch die Gesprächsfetzen, von Hanna Reininger brillant übersetzt, tragen zu dem Eindruck bei, so Hoffmann. Und damit nicht genug des Experimentierens: Spätestens wenn sich die Kritikerin fragt, wie weit sie Mathieus Helden überhaupt trauen, bemerkt sie das "immersive Spiel", das der Autor mit ihr treibt. Nicht zuletzt sieht sie in diesem außergewöhnlichen Comic eine der großen aktuellen Fragen nach dem Unterschied zwischen menschlichem Bewusstsein und künstlicher Intelligenz gestellt.
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