3 CDs, 160 min Spieldauer. Regie: Ulrich Lampen; Hörspielbearbeitung: Valerie Stiegele; Sprecher: Karin Anselm, Sylvester Groth, , Thomas Holtzmann, Juliane Köhler u. a.; Komopsitionen: Peter Zwetkoff, Hans Platzgumer. In seinen schlaflosen Nächten ruft sich der schwerkranke Erzähler seine Kindheit ins Gedächtnis: die Ferien in Combray, den Geschmack einer in Tee getauchten Madeleine, den Duft der Weißdornhecke, die Kirchtürme von Martinville und den schillernden Monsieur Swann. Prousts erster Teil seiner sieben-bändigen Suche nach der verlorenen Zeit gleicht einer Opernouvertüre: alle Takte und Motive sind angeschlagen, das Tempo ist bestimmt, der Bilderreigen eröffnet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2003
Auf wenig Gegenliebe stößt die Hörspielfassung von Marcel Prousts "Combray" bei Rezensent Martin Z. Schröder. Den Äußerungen des Dramaturgen Julian Doepp im Begleitheft, "Combray" als Hörspiel sei kein Gesellschaftsgemälde, sondern eine moderne Bearbeitung, kann er nicht viel abgewinnen. Seines Erachtens spricht mehr dafür, Prousts Roman "auch als einen Gesellschaftsroman" zu lesen, der vom Verfall der Aristokratie in großer Ausführlichkeit erzählt". Das Hörspiel reduziert seiner Ansicht nach "schon im Ansatz" den Roman auf zwei Punkte, nämlich kindliche Einschlafprobleme und die ein wenig wahnhaft naturliebende Großmutter. "Das Zeitgemäße, das dem Stoff durch diese Inszenierung aufgezwungen wurde", so Schröders hartes Urteil, "ergibt keinen Sinn." Daran ändern auch die zeitgemäßen technischen Möglichkeiten, die das Hörspiel ausschöpft, nichts: "Ein altes Kunstwerk aufzumöbeln, zerstört es", lautet Schröders kategorisches Fazit.
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