Der Autor sieht Feldmarschall von Manstein nicht nur als den fähigsten General der Wehrmacht an, sondern vielleicht als den besten Heerführer aller Armeen im Zweiten Weltkrieg: Er reiht ihn unter die bedeutendsten Generalstäbler der modernen Militärgeschichte ein. Aufgrund seiner Haltung während des Genozids auf der Krim, bei Stalingrad und seiner Beurteilungen bei der Operation "Zitadelle" stellt Stein eine Spaltung seiner Persönlichkeit fest, die ihn veranlasst, den Titel "Januskopf" zu wählen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2005
Dies ist ein ungewöhnliches Buch. Verfasst hat es nämlich kein professioneller Historiker, sondern der vor Hitler geflohene Jude Marcel Stein, der erst in der französischen Armee kämpfte, dann schwedischer Staatsbürger wurde und eine Karriere in der Wirtschaft machte - vom Rezensenten Alfred Cattani muss er sich deshalb die Bezeichnung "Hobby-Historiker" gefallen lassen. Das scheint allerdings nicht unfreundlich gemeint, denn von den Forschungen Steins zum Wehrmacht-Generalfeldmarschall Erich von Manstein zeigt sich Cattani durchaus beeindruckt. Schnell werde klar, dass wenig Grund besteht, den lange zögerlichen, dann nach leisem Widerstand gegen Hitler im Jahr 1944 entlassenen General als Helden des Widerspruchs zu betrachten. Insbesondere beim Russland-Feldzug war Manstein verantwortlich fürs barbarische Ermorden von Juden. Der Rezensent lobt die "außerordentliche wissenschaftliche Präzision" des Buches, die Viehlzahl der Quellen, die "peinliche Genauigkeit" der Darstellung, die einiges zur "Neubewertung" Mansteins beizutragen habe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2005
Recht gelungen findet Christian Hartmann diese Biografie über Feldmarschall Erich von Manstein, die Marcel Stein hier vorgelegt hat. Wie er berichtet, fächert der Autor von Mansteins Leben in viele Richtungen auf: militärisch, politisch und ganz einfach menschlich. Seine Darstellung biete mehr als nur eine Zusammenfassung einer breiten Literatur und vieler unveröffentlichter Quellen. Sie enthalte viele "wichtige Informationen und kluge Einsichten", die frei von jedem wissenschaftlichen Ballast präsentiert würden. Als "definitive Biographie" Mansteins kann das Werk nach Ansicht Hartmanns dennoch nicht durchgehen. Das Buch ähnle über weite Passagen eher einer Quellensammlung als einer wirklich historiographischen Darstellung. Zudem findet Hartmann es "zuweilen sprunghaft" und "nicht in all seinen Teilen ausgereift". Nichtsdestoweniger kann er diese Biographie jedem empfehlen, der sich mit Manstein auseinandersetzen wolle. Schließlich überzeige sie nicht allein durch Literatur- und Quellenkenntnis des Autors, sondern mehr noch durch sein "stets abgewogenes Urteil".
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