Unsere Freiheit ist in Gefahr. Wähnten wir uns vor etwas mehr als dreißig Jahren, nach dem Ende des Kalten Krieges, am "Ende der Geschichte" (Francis Fukuyama), so stellen wir heute fest, dass die globale Dominanz der liberalen Ordnung von kurzer Dauer war. Autokratische Regime in aller Welt missachten die Menschenwürde, kennen keine Gewaltenteilung und bedrohen den Weltfrieden. Einschränkungen der Freiheit erfahren wir aber auch in demokratischen Staaten, etwa durch ein Übermaß an Bürokratie oder die Verengung der Meinungskorridore. Nehmen wir diese Freiheitsverluste stillschweigend hin? Oder sind die liberalen Demokratien bereit, die "offene Gesellschaft" (Karl Popper) gegen ihre Feinde von außen und von innen zu verteidigen? Was bedeutet uns Aufklärung heute - was wissen wir überhaupt von ihr? Und wie können wir Europa als Raum der Freiheit stärken? Um diese Fragen geht es im vorliegenden Buch, welches den Versuch darstellt, postmoderne Freiheitsräume zu vermessen und den freien Westen im globalen Wettbewerb der Systeme zukunftsgerecht zu verorten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2024
Rezensent Thomas Speckmann äußert sich zwiespältig zu Hans F. Bellstedt, der in seinem Manifestbuch über neue Formen der Zusammenarbeit in der EU nachdenkt. Speckmann zögert, Bellstedts Forderung nach einer gesamteuropäischen und zentral organisierten Streitkraft zu folgen. Der Rezensent hält diese Idee zwar zunächst für "reizvoll", übt aber auch deutliche Kritik. Problematisch sieht Speckmann vor allem Bellstedts Darstellung, dass sich innerhalb eines solchen Zusammenschlusses jedes Mitgliedsland auf seine jeweiligen technologischen Kernkompetenzen konzentrieren solle. Demgegenüber führt Speckmann das Beispiel der USA an, wo mehrere Hersteller im selben Sektor der Rüstungsindustrie miteinander konkurrieren. Dies führe zu technologischem Fortschritt und automatisch zu besseren Waren, die dann dem Staat zum Kauf zur Verfügung stehen. Anders reagiert Speckmann auf Bellstedts Warnung vor der zu raschen Erweiterung der EU. Laut Bellstedt ist die EU schon jetzt nicht mehr effizient zu steuern, was der Rezensent genauso sieht. Deshalb gefällt ihm Bellstedts Forderung nach einer Europäischen Politischen Gemeinschaft, der Länder beitreten sollen, die zwar wirtschaftliche Aktivitäten mit der EU pflegen, aber nicht gleich Vollmitglieder sind. Die Idee, dass die EU die Stärkung der Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt ihrer Ziele stellen sollte, gefällt dem Rezensenten ebenfalls sehr gut.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2024
Hans F. Bellstedt bricht in seinem Buch laut Rezensent Jochen Zenthöfer eine Lanze für die Freiheit. Der Berliner FDP-Politiker benennt ihre Feinde außerhalb Deutschlands - China, Iran, Putin usw. - sowie auch im Inneren: unter anderem Wokeness und die AfD, letztere allerdings nur, falls sie ihr Programm in Regierungsverantwortung umsetzen könnte. Auch zu hohe Steuern und eine Rundumversorgung durch die Sozialsysteme hält Bellstedt, heißt es weiter, für gefährlich, wobei er sich zum Sozialstaat bekennt. Was aber hilft? Eine internationale Koalition der Demokratien ist angezeigt, fasst Zenthöfer die Argumentation zusammen, außerdem müssen die Bürger flexibler werden und privat durch Aktienkäufe fürs Alter vorsorgen. Erziehung im Sinne von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft fordert Bellstedt ebenfalls, schließt die dem dargestellten Programm insgesamt gewogene Rezension.
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