Aus dem Amerikanischen von Alexander Pechmann. "Ich bin jung & sehr gutaussehend & sie ist wahrhaftig das schönste Mädchen, das ich je gesehen habe." Mark Twain war zweiunddreißig Jahre alt, als er sich zum ersten und einzigen Mal verliebte. Die Briefe an Livy Langdon, seine "Seelenschwester", später Verlobte, Ehefrau und Mutter seiner Kinder, werden über die Jahre immer mehr zu amüsanten, anrührenden Lebenszeugnissen des berühmten Autors, der offen von seinen Erfolgen und Niederlagen, Hoffnungen und Ängsten schreibt und so manche Anekdote zum Besten gibt. Man findet darin eine lange Verteidigung des Rauchens, Spekulationen über die Unsterblichkeit der Seele, detektivische Nachforschungen über den geheimnisvollen Verehrer eines Dienstmädchens, Erinnerungen an Reisen, aber auch Verzweiflung über wirtschaftliche Fehlschläge und unheilbaren Schmerz über den Tod der Lieblingstochter Susy.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2010
Szenen einer Ehe erkennt Tilman Spreckelsen beim Lesen dieser deutschsprachigen Auswahl von Briefen Mark Twains an seine Frau Olivia Langdon, ergänzt durch einige Antwortbriefe und Korrespondenz aus dem familiären Umfeld. Dem Rezensenten belegen die Briefe nicht nur die Ernsthaftigkeit, mit der Twain 1870 in diese Ehe ging, sondern auch den Kontrast einer "olivialosen", durchaus bedrohten Existenz. Und sie bedeuten ihm das Wunder einer sich hier aussprechenden Zärtlichkeit und eines Wandels beider durch ihre Beziehung. Wen die Ehe am Ende mehr bekehrt hat, die tief religiöse Olivia oder den trunk- und nikotinsüchtigen Twain, vermag der Rezensent nicht zu entscheiden.
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